Exsiccator nennt man im chem. Laboratorium Apparate, welche vorzugsweise dazu bestimmt sind, hygrostopische Stoffe vor der Aufnahme von Wasser zu bewahren. Man benutzt sie namentlich in der quantitativen Analyse, um solche Stoffe, welche man durch Trocknen oder Glühen wasserfrei gemacht hat, bis zu dem Augenblick, wo man sie auf die Wage bringen kann, vor Anziehung von Feuchtigkeit zu schützen. Man hat dem E. sehr verschiedene Gestalt gegeben. Die handlichste besteht aus einem weithalsigen Glase, mit einer übergreifenden, luftdicht aufgeschliffenen Glasglocke bedeckt; der Boden des Glases ist mit großen Stücken von geschmolzenem Chlorcalcium bedeckt, auf dem Rande ruht eine Blechscheibe mit kreisförmigen Ausschnitten zur Aufnahme der Tiegel u. s. w. Eine andere, ebenfalls vielfach angewandte Form des E. besteht aus einer mit ihren Rändern auf eine starke Glasplatte aufgeschliffenen lasglocke, unter welcher sich eine flache, mit konzentrierter Schwefelsäure gefüllte Porzellanschale befindet; die Tiegel, Gläser u. s. w. finden auf einem über der Schwefelsäureschale ausgespannten starken Drahtnetz ihren Platz. Die E. können ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn die wasserabsorbierenden Substanzen, Chlorcalcium, h Schwefelsäure, erneuert werden, ehe sie durch Aufnahme größerer Mengen von Feuchtigkeit ihre Wirksamkeit eingebüßt haben.