FeedGlykocholsäure C.II NO.
NaturlehreBrockhaus 1882

Glykocholsäure C.II NO., ist eine aus Glykochol (s. d.) und Cholsäurels.d.) gepaarte Säure, welche sich in der Galle aller Wirbeltiere, in reichlichster Menge aber in der der Grasfresser findet. Zur Darstellung wird frische Ochsengalle mit Ather überschichtet, mit 5 Proz.ihres Volums an konzentrierter Salzsäure versetzt und kräftig umgeschüttelt, worauf nach einiger Zeit die ganze Flüssigkeit zu einem Krystallbrei erstarrt. Die von dem Flussigen getrennte Säure wird aus Wasser umkrystallisiert und bildet dann farblose, äußerst feine, verfilzte Nadeln, die in 300 Teilen kaltem und in 120 Teilen heißem Wasser löslich sind. Die mit Schwefelsäure und etwas Zucker vermischte Lösung färbt sich intensiv rot. (S. Galle, gereinigte.) Sie ist eine einbasische Säure, deren Alkalisalze in der Galle enthalten sind. Die Salze derselben werden durch andere Säuren leicht zersetzt unter Abscheidung der G. Da die G. sehr schwer löslich ist, so übt sie im freien Zustande kaum die Wirkung einer Säure aus, und es wird daher im tierischen Organismus der aus dem Magen kommende stark saure Speisebrei im Dünndarm durch die dort mit ihm zusammentreffende Galle neutralisiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 128Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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