Ezechiel, einer der hebr. Propheten, war der Sohn eines Priesters Busi und wurde 599 v. Chr. als Jüngling mit dem Könige Idiachin von Juda auf Nebukadnezars Befehl nach Mesopotamien abgeführt. Er erhielt seinen Wohnsitz unter den jüd. Gefangenen an den Ufern des Flusses Chaboras und trat zuerst 594 als Prophet auf, um die Juden, unter denen er mindestens 22 Jahre wirkte, über ihre dermalige Lage und die zu erwartende Zukunft zu belehren. Die von ihm im Alten Testament aufbewahrten Reden zerfallen in drei auptabteilungen. Die erste (Kap. 1—20, abgefaßt angeblich noch vor der letzten Croberung Jerusalems dur Nebukadnezar, kündigt dem Reiche Juda wegen fortdauernder Untreue wider Gott völligen Untergang an; die zweite Abteilung (Kap. 25—32) droht den benachbarten Völkern, welche über Judas Fall schadenfroh jauchzen, mit göttlicher Strafe, und die dritte (Kap. 33—48), sicher abgefaßt erst nach dem Done hören des Reichs Juda, verheißt dem ebr. Volke die dereinstige iederbefreiung und die Gründung eines neuen Jerusalem und einer neuen priesterlichen Theokratie. Die Form der Czechielschen Weissagungen bezeichnet schon den Übergang von der ältern Prophetie zu der spätern Apokalyptik; die Symbolik ist oft ziemlich gesucht. das reflexionsmäßige Element drängt sich an die Stelle intuitiver Begeisterung, die Allegorien sind zum Teil ziemlich kunstlich und schwer verständlich. Doch zeigen manche Partien noch ganz den Schwung der ältern Weissagung. Der Tert ist teilweise glossiert und überarbeitet und läßt sich oft nach der alexandrinischen Übersetzung verbessern. Erklärt wurde E. von Hävernick (Erlangen 1843) und von Hitzig (Lpz. 1847).