Fain (Agathon Jean Frédéric, Baron), erster geheimer Sekretär Napoleons I., geb. zu Paris 11. Jan. 1778, hatte kaum seine Studien vollendet, als er im Alter von 16 J. Sekretär des Militärausschusses des Nationalkonvents wurde. Nach dem 13. Vendémiaire des J. IV (5. Okt. 1795) kam er durch Barras und Letourneur in die Büreaus des Direktoriums. Unter dem Konsulat wurde er 1799 Abteilungschef in der Archivverwaltung und bald darauf Staatssekretär. Als Vorsteher der Staatsarchive kam er 1806 in das geheime Kabinett des Kaisers, der ihn fortan stets in seiner Nähe hatte und 1809 zum Baron erhob. Nachdem er Anfang 1813 Kabinettssekretär des Kaisers geworden war, verließ er ihn nicht mehr bis zu seiner Abdankung in Fontainebleau. Mit der Rückkehr der Bourbons verlor F. auch das Direktorium der Archive. Nach Napoleons Rückkehr von Elba trat er wieder in seine frühere Stellung, unterzeichnete im Staatsrate das Protokoll vom 25. März, welches die Grundsätze enthielt, die dem Kaiser in Zukunft als Richtschnur dienen sollten, und entwarf auch das kaiserl. Dekret von demselben Tage, welches alle frühern Beschlüsse N die Bourbons von neuem in Kraft setzte. Nach der zweiten Restauration ohne Anstellung, veröffentlichte er unter dem Titel Manustriptey mehrere Werke, die zur Kenntnis der diplomatischen Geschichte der damaligen Zeit sehr brauchbare Materialien liefern, und deren Glaubwürdigkeit vornehmlich auf den amtlichen Verhältnissen des Verfassers beruht. Es erschienen: „Le manuscrit de Pan IIIIO (Par. 1828, deutsch, Lpz. 1829), das eine Einleitung zur Geschichte des Direktoriums sein sollte; Le manuscrit de 18125 (2 Bde., Par. 1827), Le manuserit de 1813 (2 Bde., Par. 1824—25), Le manuscrit de 18145 (Par. 1823—25). Nach der Julirevolution wurde F. im Aug. 1830 erster Kabinettssekretär des Königs Ludwig Philipp. Er starb als Staatsrat 14. Sept. 1836. 44