FeedFleury de Chaboulon
GeschichteBrockhaus 1882

Fleury de Chaboulon (Edouard, Baron), Kabinettssekretär Napoleons I. nach dessen Rückkehr von Elba, geb. 1782, war schon im 15. Jahre Anführer eines Bataillons der Nationalgarde. Unter dem Minister Fermont bei der Finanzverwalt ng angestellt, trug er durch seine Redlichkeit wesentlich dazu bei, den öffentlichen Schatz gegen Beraubungen zu sichern. Als Staatsratsauditeur arbeitete er in der Domänenverwaltung und erhielt nachher die wichtige Unterpräfektur zu Chäteau-à⸗-Bois im Meurthedepartement, wo er sich große Verdienste erwarb. Bei dem Vorrücken der Verbündeten in Frankreich von seinem Posten verdrängt, kam er als Auditeur in Napoleons Hauptquartier, der ihm einige Sendungen auftrug und dann die Präfektur von Rheims übergab, wo er dem anrückenden Feinde gegenüber 1814 mit hervorragender Energie begegnete. Nach der Restauration begab er sich nach Italien. Während der Hundert Tage kehrte er nach Frankreich zurück, wurde Napoleons geheimer Sekretär und sogleich mit einer Sendung nach Basel beauftragt. Rach Napoleons abermaliger Entthronung geächtet, begab er sich nach London, wo er seine schätzbaren Mémoires pour servir à Ihistoire du retour et du rgne de Napoléon en 1815° (2 Bde., Lond. 1820; deutsch, Lpz. 1820) schrieb. Später kehrte er nach Frankreich zurück. Nach der Julirevolution in die Kammer gewählt, starb er 28. Sept. 1835.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 900Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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