Fasciation oder Verbänderung nennt man in der Botanik eigentümliche Mißbildungen an Stammorganen, die darin bestehen, daß sonst cylindrische Stengel sich breitbandförmig entwickeln. Die F. ist stets als ein krankhafter Zustand anzusehen; sie tritt AnN dann ein, wenn eine zu reichliche Zufuhr von Nahrungsstoffen stattfindet und wird veranlaßt entweder durch sehr günstige Bodenverhältnisse oder dadurch, daß an den betreffenden Pflanzen infolge Verlustes größerer Partien durch Zurückschneiden u. dergl. nach den zurückbleibenden Stammorganen eine reichlichere Zufuhr von Nährstoffen bewirkt wird. Bei einigen Pflanzen finden sich fasciierte oder verbänderte Stengel ziemli oft; bei andern treten sie seltener auf; doch sind so viele Fälle von F. bekannt, daß man annehmen kann, sie könne bei fast allen Pflanzen unter geeigneten Verhältnissen eintreten. Einer der bekanntesten Fälle findet sich bei Celosia cristata (s. d.), wo durch Kultur die F. allmählich gewissermaßen konstant geworden ist; bei dieser Pflanze ist der ganze Blütenstand verbändert und hat dadurch bei der roten Färbung der Blüten ungefähr das Aussehen eines Hahnkammes.