FeedFeingehalt und Feingewicht
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Feingehalt und Feingewicht, s. unter Fein und Münze und Münzwesen. Jeinprol (geschlagenes), s. Blattgold. einprobe, Münzprobe, Brandprobe, analytisches Verfahren zur Bestimmung des Silbergehalts in Legierungen. Zur Ausführung der Probe wird das Silber mit einer je nach dem Feingehalt wechselnden Menge von Blei in einem kleinen, aus Knochenasche angefertigten, dickwandigen, unter Zutritt von Luft geschmolzen, wobei die unedeln Metalle orydiert werden. Das leicht schmelzbare Bleioryd löst dabei die Oryde der übrigen Metalle und wird mit diesen von den porösen Wandungen der Kapelle aufgesogen, während das Silber schließlich als spiegelndes Metallkorn zurückbleibt. Nach dem Erkalten wird das Gewicht des Korns ermittelt und daraus ergibt sich der Gehalt der Probe. Die Resultate, welche mittels der F. erlangt werden, sind nicht so genau, wie es für einen so wichtigen Zweck erforderlich ist. Das Verfahren ist daher in allen Münzwerkstätten verlassen und durch die Gay-Lussacsche Silberprobe ersetzt; man bedient sich desselben nur noch, um den annähernden Feinheitsgehalt bei unbekannten Legierungen festzustelen, während die eigentliche Probe nach Gay-Lussac ausgeführt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 643Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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