Feldgeschrei nannte man in den frühesten Zeiten, als die Krieger noch nicht uniformiert waren, die als Erkennungszeichen dienenden Worte. Auch der übliche Schlachtruf, z. B. «Hie Welf! hie Waiblinglo, «San⸗-Jagov (der Spanier), «Saint-Denisv (der Franzosen) u. s. w., wurde F. genannt. Jetzt, wo es in den Armeen dreierlei Erkennungszeichen gibt: Parole, Losung und F., wird für letzteres im Kriege täglich ein anderes Wort, gewöhnlich ein Vorname, gewählt, für die Losung ein Doppelhauptwort, auch wohl ein willkürliches Zeichen und Gegenzeichen. Die Parole (meist ein Ortsname und gern von kriegsgeschichtlicher Bedeutung für den betreffenden Tag) wird auch im Frieden, Losung und F. aber im Kriege für die Nacht an die
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 651Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei