FeedFeldhetman
TierreichBrockhaus 1882

Feldhetman, s. unter Ataman. tt s. unter Heuschrecken. eldhuhn (Perdix) heißt eine Gruppe der Hühnervögel, welche sich durch den an der Spitze hakenförmig überbogenen Schnabel, die spaltenförmigen Nasenlöcher mit unbefiederten Decken, den kleinen Warzenfleck über den Augen, die kurzen abgerundeten Flügel mit harten Schwingfedern und durch die unbefiederten Läufe und Zehen unterscheidet. Man teilt heute die Gruppe in viele Gattungen, von denen einige ausländische so allmählich zu den Wachteln überführen, daß eine Grenze nicht zu ziehen ist. Etwas abweichende Gestalt zeigen die Frankolin hühner (s. d.). Zu den eigentlichen Feldhühnern mit spornlosen, zweireihig beschildeten Füßen gehört das gemeine Rebhuhn (Perdix cinerea), welches am häufigsten im mittlern Deutschland angetroffen wird, aber im Norden selbst bis Schweden und Livland verbreitet ist, nach Süden so weit der Getreidebau reicht. Die Rebhühner leben gesellig in Haufen, die «Ketteno oder „Völkerd genannt und von einem alten Hahne geführt werden. Nichtsdestoweniger aber paaren sie sich ebenso streng und treu wie die Tauben in Monogamie, und das Weibchen brütet jährlich nur einmal, nur im Falle als das Gelege früh Schaden nimmt, legt es zum zweiten mal; für ihre Jungen sorgen sie mit großer Zärtlichkeit. Das Fleisch des Rebhuhns ist zart und wohlschmeckend und daher sehr geschätzt. Man jagt sie gewöhnlich mit dem Vorstehhunde im Herbste, indem man die Stoppelfelder und Kartoffel⸗, Rüben⸗ und Krautäcker absucht. Sie laufen erst vor dem Hunde weg, ducken sich dann und fliegen plötzlich mit rauschendem Flügelschlage auf. Im Spätherbst und zu Anfang des Winters, wenn die Feldhühner vor dem Hunde nicht mehr aushalten, werden sie entweder für die Küche oder, um sie im Frühjahr wieder auszusetzen, mit verschiedenen Netzen (Steckgarne, Tyraß, Schneehaube) gefangen. Zu einer andern Gruppe mit längerm Schwanze, einfach beschildeten und eine Sporenwarze tragenden Füßen, den Rothühnern (Caccabis) gehört das Rothuhn (C. rubra), welches in Südeuropa, besonders dem südl. Frankreich, Spanien, Portugal und Nordafrika lebt und zwar größer und schöner als das gemeine Rebhuhn ist, aber ein weit weniger feines Fleisch besitzt. Im südl. Frankreich, wo sich das gemeine Rebhuhn nicht findet, das Rothuhn aber sehr gemein ist, wird es mehr geschätzt, und 380 den brit. Inseln hat man es acclimatisiert (groose). Nahe verwandt ist mit dem Rothuhne das Riete von 99 (C. saxalitis), das im östl. Alpengebiete von der Ostschweiz an durch die Türkei, Griechenland, Kleinasien bis nach China hin heimisch, äußerst schlau und vorsichtig, aber auch leicht zähmbar ist, und endlich das Klippenhuhn (C. petrosa), das sich in Sardinien, Malta, ganz besonders aber in Nordwestafrika und auf den Canarischen Inseln findet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 653Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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