FeedAuerhahn
TierreichBrockhaus 1882

Auerhahn, auch Urhahn (Tetrao Urogallus L.; franz. Coq de bruyère; engl. Wood-grouse), das größte der europ. Waldhühner, gehört zur Familie der Waldhühner, der Ordnung der Hühner Gallinaceen). Es erreicht eine Länge von Im bei einer Flugweite von 1,10 —1,40 mund einem Durchschnittsgewichte von 5/½ —6 kg. Sein Gefieder ist auf dem Rücken schwarzgrau, hellgrau gewässert, unten schwarz und weiß gefleckt, die Brust schön stahlgrün; über jedem Auge verlaufen kahle, warzige, rote Flecken; die sehr kräftigen Füße sind bis an die mit stumpfen Nägeln d Ker Zehen befiedert. Die Henne ist bedeutend kleiner und ähnelt in der Farbe des Gefieders der Waldschnepfe. Das Auergeflügel ist im nördl. Europa und Asien, so- wie in den Gebirgsgegenden Mitteleuropas heidelho Es nährt sich von jungen Sprossen der Radelhölzer und Buchen, von Wachholder⸗, Heidel⸗, Brom⸗ und Himbeeren, Eicheln, Bucheln, Waldwicken u. dgl. Der A. lebt meist einsam, nur während der Begattungszeit in Gesellschaft mehrerer Hennen; diese fällt in die frühesten Morgenstunden der ersten Frühlingsmonate, wobei der Hahn gewöhnlich von einem einzelstehenden Baume mit einem höchst eigentümlichen Laute, dem sog. Balzen, die Hennen zur Begattung lockt. Das Weibchen legt in eine ziemlich seichte, bloß mit etwas dürrem Reisig umgebene Erdgrube 6 —16 gelblichweiße, mit rotgelben Flecken besäete Eier, die es in 28—30 Tagen ausbrütet. Das Wildbret des jungen Auergeflügels ist wohlschmeckend, das des alten A. kann nur durch langes Liegen oder Einraben in die Erde genießbar gemacht werden. Der wird zur 5 60 agd ge ählt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 176Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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