Feldküchen sind Einrichtungen zum Kochen im Felde, die mehrfach vorgeschlagen wurden, um die Mittagskost der Truppen im Biwak und selbst während eines Marsches zu bereiten. Graf Rumford befürwortete während der Revolutionskriege in Bayern für jedes Regiment eine solche Einrichtung, bestehend aus vier viereckigen Kesseln von schwach verzinntem Kupferblech, zu denen ein den Herd bildender Rost von Mauerziegeln gehörte; die Kessel konnten behufs des Transports ineinander gesetzt werden, in den kleinsten kam ein rundes Küchenzelt; der auf 1000 Mann berechnete Apparat befand sich in einem Holzkasten, der auf einem einspännigen Wagen fortgeschafft werden sollte. Obwohl diese Einrichtung bei einzelnen Regimentern zur Einführung gelangte, hat sie eine allgemeine Annahme ebenso wenig gefunden wie zahlreiche ähnliche Vorschläge, die seitdem bis in die neueste Zeit aufgetaucht sind, teils den Truppen während des Lagerns eine stationäre Kochanstalt zu schaffen, teils ihnen eine fahrbare Küche zur Speisebereitung während des Marsches beizugeben. In Esterreichinctinem Kistcheneingeführt, von dem jjedes Infantterie-nund Fägerbataillon eins auf dem Bagage- oder verwundete Militärpersonen, welche auftdem AIriegsschaunlatze den Truppen teils unmittelbar aderffliegendes, leichtes F., Ambulance), teilsffür won den Hauptstraßen abseits liegenden Städten, (legt wird (sstehendes oder Hauptfeldlazarett). Fe=⸗ sich oft werheerende, ansteckende Krankheiten wer-Anhäufen won Kranken iim F. als schädlich erwiesen, der werdorbenen Luft und Miasmen wegen. Transportable Kranke und Verwundete werden daher mittels der Eisenbahnen wom Kriegsschauplatze zurüctgeschickt (sog. Evacuntionssystem). Hedes F. hat sein zum Feldmedizinalwesen gehöri- und Krankenwürtern. Letztere, in der preuß. Armee zuerst eingeführt, werden in den Garnisonlazaretten ausgebikdet, eine ebenso wohlthätige Einrichtung wie die zum Fortschaffen der Verwundeten vom Kampfplatze in allen größern Armeenjjetzt bestehenden Sanitätstruppen oder Krankenträgetkompagnien. Alles was zur Ausrüstung eines F. an Instrumenten, Bandagen, Geschirren und Geräten waller Art gehört, wird schon im Frieden bereit gehalten. Feldürzte sind zuerst von Augustus bei den röm. Legionen, Feldhospitäler gelegentlich schon im Mittelalter, eigentliche F. erst Die jetzige Organisation der F. schließt sich meist der Kriegsformation der Truppen an, und zwar erhült im deutschen Heere jjedes mobile Armeekorps 12 F. für jje: 200 Kranke mit sehr vollständigem ärztllichen Personal (dirigierendem Oberstabsarzt, wier weitern Urzten, zahlreichen Lazarettgehilfen, Krankenträgern u. s. w.). Beim siegreichen Vorrücken der Armee werden die F. aufgelöst und an ihrer Stelle sstehende Kriegslazarette formiert. (S. Kriiegskrankenpflege.) Boldmann (Leop.), Lustspieldichter, geb. 22. Mai 1802 zu München, won israel. Abkunft, schrieb schon 1817 sein Schauspiel & Der falsche Eid v, welches in dem ssog. Lipperl-Theater zur Aufführung kam, gehörte Irfond dem Kaufmannsstande an, widmete ssicheaber später ausschließlich litterarischen Arbeiten. Seine «Höllenliedero erschienen 1835; in demselben Fahre wurde sein erstes Lustspiel Der Sohn Uauf Reisen»iin München mit Beifall gegeben. Unmittelbar darauf trat Uer eine fünfjährige Reise an,auf welcher er meist in Griechenland verweilte. „Reisebilders für Lewalds „Europa und Korrespondenzentin die «Allgemeine Zeitungo waren die litterarische Frucht dieses Aufenthalts. Auf der Rückreise besuchte er Smyrna und Konstantinopel. Von 1850 bis 1854 war F. als Dramaturg beim Nationaltheater an der Wien angestellt. Er starb 26. März 1882 zu Wien. Von seinen zahlreichen Lustspielen hatten die meiston ontschiedenen Erfolg. Frische Unmittelbarkeit, mngezwungene Heiterkeit seerreignissen zeichnen dieselben ausdung. Im Druck ließ F. m:einde oder einem Landgut gehörige deren Grenze 9——3 Bäume, Gräde Der KN „ zuerst Oberaufsehe Rosse (Mar, d. . Pferd, Schalk, d. i. Hauptwahfeder mittelalterlichen Hee dem Oberbefehl über die gesamte S ttraut, und zwar! beim Orden der D iin Preußen zuerst. Der %4* Kriege erhielt demnach den Titel auch bei der Organisation regelmi dem höchsten militärischen Grade wer Marschall (s. d.) der franz. Armer E keineswegs dem deutschen F. (s. G. marschall), derom nur Z—.— Ge fanterie, resp. der Kavallerie. (VDal zeug meister. 9 treter des Feldmarschalls, bezeichnet ungar. Armee den Grad eines Dipv oder Kommandanten eines selbständi korps,, entspricht also dem Genera der deutschen Armee. welchen die Größe der zu land-oder j lichen Zwecken werwendeten Bodenslä wird. Während noch bis in das 19. fast eine jede Landschaft und jeder lands wie der übrigen europ. Lände F. besaß, hat sich in neuerer Zeit die wermindert, zunächst durch Aufstellun; maßen für die einzelnen Staaten, da-Annahme des franz. metrischen Maß Ram Europa. Wie Hant aus der E damen mancher F. ergibt, bezeichne Teil derselben ursyrünglich das Stü ches in einem Tage von einem Joch pflügt werden kann. So schon das J Alten Römer, das als all en 8 Fuß Länge und 120 Fuß Weeite won 28800 Quadratfuß bildete. Di französischen und des nunmehrigen 6 schen, mit 1876 auch in Osterreichführten metrischen F. ist das Är (s. d. jedoch die Größe der Bodenfläche i100 a) ausgedrückt. In den meisten d dern galten in der Acker (s. d.) 2 gen (s. d. als Einheit des Maßes für! und Wald. In Ssterreich war das das 3 Joch won 1600 Quadratklaftern In Ungarn war das Joch von verschi 15 wurde aber gewöhnlich zu 1200 Qu gerechnet. In der Schweiz dient seit gemeines F. die Juchart (der Arpen Auadratfuß 36 a; doch ist auch führung des reinen metrischen Systen und dessen Anwendung zulässig. De kürzlich auch in Dänemark, Schweden n eingoführt worden. In Italien (Ar (Krea), Portugal (Area) und Belgien (Are) wird ebenfalls nach dem reinen metrischen System gerechnet. In Rumänien ist die Einführung desselben gleichfalls beschlossen worden, aber noch nicht zur Einführung gelangt. In den Niederlanden führt das als F. dienende Ar auch den Namen Bunder. Die Einheit des jetzigen griechischen F. ist das Stremma von 10 a. Neue F. können sich nur vergleichsweise langsam und allmählich einführen und einbürgern, da nicht nur die Gewohnheit, sondern durch Jahre weiter gehende Nutzungsverträge, die Einträge in den Grundbüchern und die Normierung der Bodenabgaben einem raschen Eintritt neuer Größen entgegenstehen. Landschaftlich war in Deutschland auch die Hufe (s. d.) zu einem größern F. (3. B. in Schlesien, Gotha, Frankfurt zu 30 Ackern oder Morgen, in Sachsen nach Verschiedenheit der Gegenden zu 12—30 Ackern) geworden. Maßbeimmungen nach Scheffeln Landes oder Ausaat kamen früher ebenfalls in Deutschland vor (3. B. in Sachsen zu ½ Acker). Das alte Ackermaß in Frankreich war der Arpent (s. d.). In Großbritannien und den brit. Kolonien, sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika ist das Ackermaß das Acre (I. d.). Im Russischen Reiche gilt die Dessätin (s. d.). eldmeister, s. Abdecker. eldmeßkunst oder Geodäsie heißt diejenige Wissenschaft, welche die Erdoberfläche oder einzelne Teile derselben ausmessen und durch Zeichnung in der Ebene darstellen lehrt. Bei der Sphäroidform der Erde wird indes die graphische Darstellung derselben in der Ebene mit der Lage der natürlichen Objekte nicht vollkommen übereinstimmen können, da die geradlinige Entfernung zweier Objekte der Erdoberfläche (die Horizontalweite) immer kleiner ist als die wahre (geodätische) Entfernung, welche in dem Bogen eines größten Kreises gemessen wird. Dieser Unterschied ist indes für kleine Entfernungen in dem verjüngten Maßstabe, nach welchem die Karten gewöhnlich ausgeführt werden, eine verschwindend kleine Größe, wächst aber für größere Strecken und bei größerm Maßstabe der Karten so bedeutend an, daß die Richtigkeit der Kartenmaße dadurch beeinträchtigt würde. Man unterscheidet daher die F. als eine niedere und eine höhere; jene heißt Geodäsie (im engern Sinne), diese dagegen höhere Geodäsie oder Landmeßkunst. Die niedere F. umfaßt die Vermessung solcher Flächen, bei denen die betreffenden Teile der Erdoberfläche ohne Fehler als eben betrachtet werden dürfen, während die höhere F. auf die Vermessung so großer Flächen angewendet wird, daß sie als Teile einer Kugel betrachtet werden müssen. Bei der ersten können alle Schwererichtungen als parallel angesehen werden; die zu entwerfenden Karten sind daher rechtuntgln oder orthogr. Projektionen auf den Horiont. Bei größern Flächen liegen die Vertikalen er verschiedenen Punkte so weit auseinander, daß sie, als Schwererichtungen, sich, unter der Voraussetzung einer vollkommenen Kugelgestalt der Erde, im Mittelpunkt derselben schneiden, also nicht mehr miteinander parallel sind. Man darf daher hier die aufzunehmenden Punkte nicht auf eine Ebene (den Horizont) projizieren, muß vielmehr den Meeresspiegel als Projektionsfläche ansehen, geogr. Länge und Breite der Punkte bestimmen. Die niedere F. liefert topogr. Karten, die höhere dagegen Landkarten. Die topogr. Karten dienen zur Kataster- und Grundsteuerregulierung, zu land⸗ und forstz3. B. bei millarishen Aufnahmen, müssen auch die wirtschaftlichen und militärischen Zwecken. Oft, wie Höhenverhältnisse in die Karte eingetragen werden. Die Operationen der F. bestehen also in Horiontal⸗ und in Höhenmessungen. Die erste hätigkeit bei der Aufnahme einer Gegend besteht darin, daß man sich mit allen Eigentümlichkeiten des Terrains bekannt macht, die zu vermessende Gegend 2201heen Die bei irgend größern Flächen jetzt übliche Vermessungsmethode ist die trigonometrische Triangulation, d. h. man teilt das ganze Feld in Dreiecke ab und bezeichnet alle Eckpunkte dieser Dreiecke durch weithin sichtbare Signale, wozu man hohe Baken, sog. Schleete, errichtet und oben mit einem Strohkranz oder einer kleinen Fahne versieht; —5 bereits vorhandene Gegenstände, Turmspitzen, hohe Schornsteine u. s. w., können dazu verwendet werden. Eine Dreiecksseite, welche in ihrer ganzen Länge möglichst horizontal . ist, bestimmt man zur Basis oder Hauptasis der ganzen Vermessung; diese muß so genau als 99 2 gemessen werden. (S. Baculometrie.) An beiden Enden der Basis werden dann alle Winkel der hier anstoßenden Dreiecke mit dem Theodolit (s. d.) vermessen. Um die welche sich beim Einstellen und Ablesen des Instruments einschleichen können, unschädlich zu machen, wendet man bei größern Vermessungen, welche die äußerste Genauigkeit erfordern, das sog. Repetitionsverfahren von Tob. Mayer an, wobei man sich des Repetitionstheodoliten bedient. Die so gemessenen Winkel trägt man in das Manual ein, stellt den Winkelmesser in einem andern Endpunkte auf und verfährt hier und in allen folgenden Dreieckspunkten gerade ebenso. Die Seiten der Dreiecke werden nach dem Manual trigonometrisch berechnet. Bei kleinern Aufnahmen wird statt des Theodoliten die Boussole oder der Meßtisch angewendet. Mit ersterer mißt man ebenfalls die Winkel und erhält auch ein trigonometr. Netz, nur steht die Messung der mit dem iehtisch wer an Genauigkeit weit nach; auf dem Meßtisch werden die Dreiecksseiten sofort in den Plan eingetragen, man erhält ein geometr. Netz. Ein solches erhält man auch durch bloße Kettenmessung der Seiten der Dreiecke. Eine andere Methode ist die Umfangs- oder Perimetermessung, wobei man ein Vieleck absteckt, dessen Seiten möglichst 10 0 mit den Grenzen der Flur zusammenfallen, und so viele Seiten und Winkel mißt, als Di Bestimmung der Figur nötig sind. Bei der Diagonalmethode nimmt man zu gleichem Zweck Diagonalen u Hilfe. Bei der Polarmethode nimmt man im Innern der Flur einen Punkt an, mißt seine Entfernung von möglichst vielen bemerkenswerten Punkten des Umfangs nebst den Winkeln, die je zwei dieser Linien miteinander machen, und trägt diese Größen in den Plan ein. Die Abweichungen des Umfangs von den geraden Verbindungslinien der durch Messung bestimmten Punkte werden durch besondere, auf die Geraden bezogene Messungen rektifiziert. Alle diese Methoden sind anwendbar auf die Vermessung kleiner Flächen, wobei es nicht auf äußerste Genauigkeit ankommt, da die Fehler der Kettenmessung, wenn die Flur klein ist, nie groß werden können. Im großen aber würde die Arbeit mühselig bis zur Unausführbarkeit. Eine andere, sowohl für große wie für kleine Flächen geeignete und viel befolgte Methode ist die Aufnahme durch Koordinaten. Man legt bei dieser Methode durch das ganze zu vermessende