Ferreira (Antonio), portug. Dichter, geb. zu Lissabon 1528, studierte die Rechte in Coimbra, wo er den Doktorgrad erlangte, beschäftigte sich aber von Jugend an hauptsächlich mit dem Studium der Dichter des klassischen Altertums. Im J. 1556 ward er in Lissabon Obertribunalsrat, eine L tellung, die er bis zu seinem Tode bekleidet hat. Er war nebst Säde Miranda der hauptsächlichste Begründer des sog. klassischen Geschmacks oder der Nachahmung der lat. und ital. Dichter in der portug. Poesie, wodurch sie eine neue Richtung erhielt; er vervollkommnete die schon von Sä de Miranda mit Erfolg bearbeiteten Gattungen der Clegie, der Epistel, des Sonetts und des Idylls und verpflanzte das Epithalamium, Epigramm, die Ode und Tragödie in die portug. Litteratur. Seine Tragödie eInes de Castrov wird noch jetzt wegen des Sahenen Pathos und der Vollkommenheit des Stils von den Portugiesen als eins der schönsten Denkmäler ihrer Litteratur betrachtet. Ferner schrieb F. zwei Lustspiele: «Comedia do Bristoo und «Comedia do Ciosoo, Jugendarbeiten nach den von S de Miranda gegebenen Mustern, aber nicht ohne Verdienst und noch immer geschätzt; namentlich gilt das zweite (Der Cifersüchtiger) für das älteste neueurop.Charakterlustspiel. übrigens sind F.s Werke (Lissab. 1598; 2 Bde., Lissab. 1771, 1829 u. 1875) nicht —7 da sein Amt ihm wenig Muße gewährte und er schon 1569 an der großen Pest starb. Er ist der einzige Renaissancedichter Portugals, der nicht der Sitte gehuldigt, auch spanisch zu dichten, sondern sich ausschließlich seiner Muttersprache bedient hat; der einzige aber auch, der die nationalen Rhythmen, d. h. die Redondilhenpoesie ganz beiseite ließ und nur den ital. Hendekasyllabus verwendete. Vgl. Castilho, Antonio F. poeta quinhentistav (3 Bde., Rio de Janeiro 1875), Theophilo Braga, Iistoria dos Quinhentistaso (Porto 1871).