Faria (Manuel Severin de), portug. Historiker und Altertumsforscher, geb. 1583 zu Lissabon, war Doktor der Theologie, Kantor und Kanonikus zu Evora, wo er 1655 starb. Er besaß eine ausgewählte reiche Bibliothek voll kostbarer Handschriften, und hat über die Geschichte, die Litteratur und die berühmten Männer Portugals manches brauchbare Werk geschrieben. Die wichtigsten sind die „Discursos varios politicos (Evora 1624; Lissab. 1791), unter denen 56 die Biographien von Joäo de Barros, Diogo do Couto und Camöes befinden. Die lettere, welcher ein Bildnis des Dichters beigegeben, ist später die Grundlage aller übrigen Lebensbeschreibungen des Camöes geworden. Von Bedeutung sind auch seine Noticias de Portugabo (Lissab. 1655, 1740 und 1791). F. war auch einer der gelehrtesten Numismatiker seiner Zeit. ö schreiber und Dichter, geb. 18. Marz 1590 in dem Landhause Caravella bei Pombeiro (Provinz Minho), besuchte die höhere Schule von Braga, trat 1604 in die Dienste seines Verwandten, des Bischofs von Porto, als Sekretär, entzweite sich jedoch mit demselben, als er sich in ein schönes Mädchen verliebte, das er unter dem Namen Albania feierte und mit dem er sich 1614 vermählte. 8. lebte nun zuerst in Porto, dann in seinem Geurtsorte, in Madrid und in Lissabon, mit seinen litterarischen Arbeiten beschäftigt. Im J. 1631 begleitete er den Marquis von Castel-Rodrigo nach Rom, wo seine bedeutenden Kenntnisse die Aufmerksamkeit des Papstes Urban VIII. und aller Gelehrten erregten. Im J. 1634 kehrte er nach Madrid zurück, wo man ihn trotz seines Wunsches, in die Heimat zu ziehen, bald mit Gunstbezeigungen, bald mit versteckter Gewaltsamkeit bis zu seinem Tode fein Anß aus Furcht, er möchte seine Feder und sein Ansehen ausschließlich dem Dienste Johanns IV. widmen und zu dessen Restauration mitwirken. Er starb 3. Juni 1649 und wurde in Pombeiro beerdigt. Unter seinen zahlreichen, fast ar e 60 0 spanisch geschriebenen Werken, die mehr als 60 Bände ausmachen, zeichnen sich aus: «Discursos morales ypoliticoso (2 Bde., Madr. 1623—26), Epitome de las historias portuguesas o (Madr. 1628 u. öfter, am besten mit Fortsetzung, Brüss. 1730); ferner Asia portuguesa o (3 Bde., Lissab. 1666 —75; englisch von J. Stevens, Lond. 1694 — 95), Europa portuguesao (3 Bde., Lissab. 1678 — 80), „Africa portuguesa o (Lissab. 1681). Von hohem Werte, wenn auch äußerst weitschweifig und mit kritikloser Bewunderung geschrieben sind die Kommentare F.s zu den Gesamtwerken des Dichters Luiz de Camöes: „Lusiadas commentadas (2 Bde., Madr. 1639) und „Rimas varias de Luiz de Camöes comentadas „ (Bd. 1 u. 2, Lissab. 1685—89). Das letztere Werk ist nicht vollständig herausgegeben, die fehlenden drei Teile sind vieleicht noch handschriftlich vorhanden. Von seinen eigenen Gedichten, die er unter dem Titel & Fuente de Aganipe, rimas varias o in sieben Teilen sammelte, erschienen nur vier (Madr. 1644 — 46), außerdem aber viel einzelne Abschnitte, «Fabula de Narciso e Echo (Lissab. 1623 u. 1737), Divinas y humanas flores (Madr. 1624 fg.), Noches claraso (Madr. 1624 und Lissab. 1674). Auch der größte Teil dieser Gedichte ist in span. Sprache geschrieben, doch befinden sich darunter 200 Sonette, 12 CEklogen und Redondilhen in portug. Sprache. Durch diese letztern Gedichte, die zwar von Talent und großer Belesenheit in den Dichtwerken der roman. Völker zeugen, jedoch gesucht excentrisch und sehr gekünstelt sind, sowie durch die beigegebenen theoretischen Abhandlungen über Poesie, voll paradoxer unkritischer Anpoeste wirkte er auf die Entwickelung der portug. oesie ein.