FeedDiogo Bernardes
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Diogo Bernardes, bei einigen Autoren mit Unrecht Diogo Bernardes Pimenta genannt, einer der bedeutendsten Dichter Portugals, ausgezeichnet durch seine schlichten und innigen Hirtengedichte und Elegien. Er wird gewöhnlich «der sanfte Limadasilei genannt, weil er in all seinen Gedichten as kleine Limaflüßchen verherrlicht, an dessen Ufern er den größten Teil seines Lebens verbracht. Geb. um 1530 in Ponte de Lima, von adeliger Herkunft, blieb er bis nach 1550 auf dem Lande. Sein Meister in der Dichtkunst ward 1553 der auch in der Nales Minho, in seiner Quinta da Tapada in Zurückgezogenheit lebende Francesco de Sä-e-Miranda, der in Portugal, wie Boscan und Garcilaso in Spanien, die aneue Schuler gegründet, die nach ital. Vorbilde Sonette, Terzinen, Oktaven, Canzonen, Oden und Idyllen in Elfsilbler shereen die echt nationalen Weisen in Achtsilblern aber als allzu volksmäßig und mühelos beiseite ließ. D. schioß sich der neuen Schule an und trat bald zu den ersten und besten Adepten derselben, wie Antonid Ferreira und Andrade de Caminha, in ein freundschaftliches Im J. 1576 begleitete er den Gesandten des Königs Sebastian, Pedro de Alcagova Carneiro, nach Madrid; 1578 nahm er Teil an'dem unglückseligen afrik. Feldzuge. Er geriet in Gefangenschaft und ward losgekauft, doch scheint das allgemeine Unglück ihm Lebensmut und Dichterkraft gebrochen zu haben: was seine Muse nach Alcacer-Quebir noch geschaffen, ist von Heriker Bedeutung. Philipp II. gab ihm 1583 ein kleines Hofamt, welches ihn jedoch vor Not und Elend nicht schützte. Er starb im J. 1605 und soll neben Camdes begraben worden sein. D. veröffentlichte drei kleine Bände lyrischer Gedichte: &0 Lymav (Lissab. 1596, 1761 und 1820), bestehend aus 20 hochpoetischen Idyllen und 23 Briefen, Rimas Varias; Flores do Lymay (Lissab. 1596, 1633, 1770), und (Varias Rimas ao bom Jesus o (Lissab. 1594 u. öfter, zuletzt 1770). In späterer Zeit, d. h. erst nach 1779, nachdem Jose Thomas de Aquino einen bislang unveröffentlichten Teil der Kommentare herausgegeben, welche Faria Rraeie der große Polyhistor, zu Camöes Wergeschrieben hatte, ist D. auf Grund von Angaben Faria y Sousas von 998˙ Y Litterarhistorikern beschuldigt worden, Camöes“ Manuskripte gestohlen und den Inhalt dieser Manuskripte für seine Arbeit zu haber und in seine Gedichtsammlung eingefügt R haben. Dem von Faria y Sousa ersundenen Märchen fehlt es an jedem positiven Kern.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 370Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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