FeedFerreira-Borges Gosé)
GeschichteBrockhaus 1882

Ferreira-Borges Gosé), portugies. Staatsmann, geb. 6. Juni 1786 in Oporto, nahm als Syndikus der Municipalkammer an der Revolution von 1820 teil und mußte 1823 nach England flüchten. Erst nach Dom Miguels Vertreibung kehrte er nach Portugal zurück, wo er Präsident des Handelsgerichts wurde. Nachdem er diese Stelle wegen Erblindung 1836 niedergelegt hatte, starb er 14. Nov. 1838. Er schrieb «Institutiones de medicina foreusio (Par. 1832); auch der Codigo commercial Portuguezv, welchem Dom Pedro Ges etzeskraft ver1. ist F.s Werk. Ferreira de Vasconcellos (Jorge), dramaischer Dichter Portugals um die Mitte des 16. ahrh. Er bekleidete verschiedene höfische Amter dei dem Infanten Dom Duarte und dem Könige Johann III. und scheint auch dessen Sohne Johann und dem Enkel Sebastian nahegetreten zu sein. Im V 1585 soll er in Lissabon sein. Seine erke erschienen anonym. Es sind drei Prosakomödien: Eufrosina, 1527 geschrieben, doch viel später gedruckt (Evora 1560, 1561; Lissab. 1616 u. 1786: span. von Fernando de Ballestero y Saavedra, Madr. 1631 u. 1735), UIysippo (Lissab. 1618 u. 1787) und Aulegraphiap (Lissab. 1619). Die beiden letztern sind Komödien im klassischen Geschmack, was den Stoff und das Gerüst betrifft; alle drei aber sind, was Sprache und Denkungsart betrifft, echt national, eine wahre Fundgrube von kernigen Sprichwörtern, Anekdoten, Volkssagen und populären Redewendungen, welche die Lektüre der stofflich unbedeutenden Stücke zu einer höchst interessanten machen. F. schrieb ferner einen Ritterroman, der an den Sagenkreis von König Artus anknüpft, betitelt zuerst Triumpho de Sagramory (Coimbra 1554) und später «Memorial das poezas da segunda tavola redondas (Coimbra 1567 u. Lissab. 1867). Demselben sind viele Romanzen und Vilancetes, aber auch einige Canzonen und Oden eingefügt; der Autor kultiviert jedoch hier und auch in den seinen Komödien eingeflochtenen Gedichten und in einer hübschen Cartav, welche die „Aulegraphias begleitet, vorwiegend die nationalen Redondilhas, die neuen ital. Weisen nur ausnahmsweise und mit wenig Geschick. Ungewiß ist es, ob F. identisch ist mit einem Jorge de Vasconcellos, der zu den Poeten des Cancioneiro-de-Resende gehört. Einige moralische Traktate von ihm (4Obras moraes 1560),zur Unterweisung des jugendlichen Sebastian, scheinen verloren zu sein. schw des Avers (s. d. im Bezirk Hinterrhein des chweiz. Kantons Graubünden. Während das Avers ein offenes Wiesenthal ist, besteht das Ferrerathal aus einer Reihe wilder, waldiger Felsschluchten und enger Thalkessel, durch welche der Averserrhein in zahllosen Stromschnellen und Wasserfällen dem Hinterrhein zueilt. Von S. nach N. gerichtet, 9 km lang, öffnet sich das Thal 2½ km oberhalb Andeer gegen das Schamserthal; in den Gemeinden Canicul oder Inner-F. (1480 müber dem Meere) und Rußer-F. (1321 m über dem Meere) zählt es (1880) 180 reform. E. romanischer Zunge, deren Haupterwerbsquelle die Alpenwirtschaft ist. Verlassene Hüttenwerke und Hohöfen weisen auf den frühern Bergbau des Thals hin, der Silber, Kupfer und namentlich Eisen lieferte. Auch Marmor findet sich, ohne jedoch bei der Schwierigkeit des Transports die Ausbeutung zu lohnen. Der Thalweg ist ein rauher, steiniger Fußpfad, der erst im untersten Teile des Thals in ein schmales Fahrsträßchen übergeht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 706Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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