FeedFeuerdienst
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Feuerdienst oder Feuerverehrung ist der eigentlich sehr ungenaue Ausdruck, mit dem man die Religion Zoroasters oder den Parsismus (s. d.) bezeichnet, sowie man ebenso unrichtig den Parsen oder Gebern (s. d.) den Namen Feueranbeter beilegt. Fast alle Völker des Altertums verehrten das Feuer, sei es als ait Meso oder als freundliche Macht. Das alte Volk Mesopotamiens, die Sumerier, die semit. Völker weihten dem Feuer göttliche Verehrung. Die ältesten Arier der Vedas feiern Agni (das Feuer), das irdische Feuer, welches zu den Göttern Opfer und Gebet geleitet und die Dämonen bannt. In der alt-Zoroastrischen Religion ist Atar der Feuergott, Sohn des Ormuzd; mit Vohumano (Bahman) vereint, hemmt er Ahrimans Vernichtungswerk. Die Avesta preist den Mann, der mit einem Reise das heilige Feuer stets in seinem Hause unterhält. Aber nirgends erscheint im Avesta das Feuer als höchste oder einzige himmlische Macht, und auch die alten Schriftsteller, wie Herodot, Strabo, Pausanias, Lucian, Quintus Curtius und Maximus von Tyrus sprechen nur von der Anbetung des Feuers als einer der Gottheiten. Als später sich die Bedeutung der alten heiligen Texte in dem Bewußtsein der Parsen verdunkelte, nahm die Verehrung und Unterhaltung des Feuers eine bedeutende Stelle ein. Die Feueraltäre, deren schon Strabo ausführlich erwähnt (pers. Atesch-Kedeh) wurden das Symbol der Religion, und dem Islam galt Zerstörung der Pyräthäen gleichbedeutend mit der Vernichtung der Religion der Magier (s. d.). Die Unterhaltung des

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 751Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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