Feuerzange (frz. Pincettes, badines; engl. firetongs), eine Zange, welche in Werkstätten und Haushaltungen dazu benutzt wird, bei der Unterhaltung eines Feuers das Brennmaterial zu fassen und zurechtzulegen. (S. Zange.) Heuerzeug (frz. briquet, engl. tinder-box) nennt man jede Vorrichtung, welche dazu dient, Feuer anzumachen, um mittels desselben die Entzündung brennbarer Körper zu bewirken. Man unterscheidet je nach der Art der zur Anwendung kommenden physikalischen Mittel mechanische, chemische und elektrische F. Bei den erstern erreicht man die Entzündung irgend eines Stoffs durch Umsetzung der zu einer Bewegung aufgewendeten mechanischen Kraft in Wärme, was durch Reibung, Stoß, Schlag, Druck oder Zug erzielt werden kann. Zu den F., welche die Entzündungstemperatur durch Reibung erreichen, gehört die älteste aller mit diesem Namen zu bezeichnenden Vorrichtungen, das Reibholzfeuerzeug, welches bei den religiösen Handlungen des indogerm. Urvolks als «Doppelolzo eine große Rolle spielte und dessen sich einige uncivilisierte Volksstämme, sowie bei den Indiern die Brahmanen noch heute bedienen. Ein am untern Ende zugespitzter Holzstab wird senkrecht auf ein anderes Holzstück in eine leichte Anbohrung desselben gesteckt und schnell zwischen den Handflächen oder mittels einer mehrmals umgeschlungenen Schnur quirlartig hin- und hergedreht, bis die sich abreibenden Holzspänchen, beigestreute Baumwollfasern oder Markstückchen den fangen. Bei den Römern war es zur Zeit des Tacitus üblich, die Spitze eines Schwefelstängelchens in vermodertes Holz zu stecken und dieses durch Reibung an Steinplatten zu entzünden. Im 14. Jahrh. kannte man schon den Gebrauch des Stahls, Feuersteins und Zunders oder Schwamms, welchem sich der Schwefelfaden und das Schwefelholz beigesellte. Diese F. waren bis 1820 wohl ausschließlich in Anwendung und leisten noch jetzt im Freien vortreffliche Dienste. Dieselben sind in verschiedenen Formen aufgetreten, welche das viel Mühe und Geschicklichkeit erfordernde Feuerschlagen erleichtern sollten; so das von Glaeser erfundene F., aus einem geriffelten Stahlrädchen bestehend, das durch einige Räderübersetzungen und eine kleine Kurbel in schnelle Rotation versetzt wird, und gegen welches durch eine Feder ein Stück feinkörnigen Sandsteins gedrückt wird; der Apparat ist bequem in der Tasche 36 tragen. Hieran schließen sich die Zündblättchen, Zündpillen u. s. w., welche durch einen mittels einer Feder ausgeübten Schlag, ähnlich wie bei Schußwaffen, explodieren und den Zündschwamm, resp. Schwefelfaden entzünden. Zu den mechanischen Feuerzeugen gehören ferner auch alle Arten der heutigen Zündhölzer (s. d.), welche sich zwar aus den unten zu erwähnenden chemischen Präparaten entwickelten, aber durch Reibung des leicht entzündlichen Phosphors, welcher bei den gewöhnlichen Zündhölzchen in der Zündmasse, bei den schwedischen an der Streichfläche (in der bekannten roten, amorphen Modifikation) vorhanden ist, entzündet werden. In neuerer Zeit sind wiederholt absolut phosphorfreie Zündhölzer aufgetaucht, die jedoch den phosphorhaltigen keine ernstliche Konkurrenz machen konnten. Das Kompressions⸗ oder pneumatische . besteht aus einem ausgebohrten Glas-oder Metallcylinder, in welchem durch das Hineinstoßen des Kolbens die Luft so schnell verdichtet wird, daß ein an der untern Seite des Kolbens befindliches Stück Schwamm infolge der Luftverdichtung und der in Wärme umgesetzten mechanischen Kraft sich entzündet. Unter den chemischen Feuerzeugen hat namentlich die im J. 1823 von Döbereiner erfundene Zündmaschine Aufnahme gefunden, welche heute noch vielfach im Gebrauch ist. Diese Maschine beruht auf der von Döbereiner selbst entdeckten Eigenschaft fein verteilten porösen Platins, des sog. Platinschwamms, große Gasmengen zu absorbiren und zu verdichten, und besteht aus einem zum Teil mit verdünnter Schwefelsäure gefüllten Gefäß, in welches ein von einer aanerhalb; umschlossenes Stück Zink hineinhängt. Innerhalb der Glasglocke, welche unten offen ist, also gleichfalls verdünnte Schwefelsäure enthält, entwickelt sich durch Zersetzung des Zinks Wasserstoff, der durch einen Hahn am obern, geschlossenen Ende der Glocke abgeblasen werden kann. Je mehr Wasserstoffgas sich in der Glocke bildet, desto mehr wird die Flüssigkeit aus derselben verdrängt, sodaß die Gasentwickelung aufhört, sobald jene mit Wasserstoff gefüllt ist, und erst wieder beginnt, wenn man einen Teil des Gases verbraucht hat. Das Gas wird aus dem erwähnten Hahn, dessen Offnung eine feine Spitze bildet, auf Platinschwamm geleitet, wo es sich durch die plötzliche Verdichtung entzündet. Durch Feuchtwerden, sowie durch den Aufenthalt in Ammoniakdämpfen, schwefliger Säure, wie dies in Wohnräumen und in der Nähe von Stallungen der Fall ist, wird der Platinschwamm für diesen Zweck unbrauchbar und muß, um die obengenannte Eigenschaft wieder zu erhalten, mäßig stark geglüht werden. Eine wichtige Epoche in der Geschichte derchemischen F. bildet das Tauch-oder Tunkzündhölzchen, das bereits 1812 fabriziert, aber erst um das Jahr 1820 allgemein bekannt wurde. Man nennt so Schwefelhölzer, deren geschwefeltes Ende mit einer Zündmasse aus 1 Teil Schwefel und 3 Teilen chlorsaurem Kali mit einer Beimengung von Zinnober oder Indigo als Farbstoff umgeben war, die, beim Benetzen mit konzentrierter Schwefelsäure verpuffend, die Entzündung der Schwefelschicht und dem Holz mitteilte. Man bediente sich hierbei kleiner Gläser, welche mit Schwefelsäure imprägnierten Asbest enthielten. Bis 1843 waren diese F. die allein üblichen. In England waren sie unter dem Namen Prometheans gebräuchlich, und zwar in Form von Papierröllchen, welche eine geringe Menge chlorsauren Kalis und Schwefel und ein mit konzentrierter Schwefelsäure gefülltes, geschlossenes Glasröhrchen enthielten; zerdrückte man diehen so fand eben beschriebener Vorgang statt. Nachem seit 1820 der Phosphor versuchsweise, nament⸗ ö lich in Bezug auf seine Selbstentzündlichkeit, in feinverteiltem Zustand zur Erzeugung von Feuer angewendet worden war, kamen unter dem Namen Congrevesche Zündhölzer die ersten brauchbaren phosphorhaltigen F. auf, aus denen sich nach und nach die heute üblichen Zündhölzer entwickelten. Vor diesen sind noch andere Vorschläge gemacht worden, z. B. sogenannte Pyrophore, selbstentzündliche Gemische, z. B. Schwefelkalium und Kohle; ferner ist die Eigenschaft des Natriums, in Wasser geworfen den sich ausscheidenden Wasserstoff zu entzünden, zu F. vorübergehend benutzt worden (Flecks Natriumfeuerzeug). Die Wirkungen der Elektricität sind schon früh für die Herstellung von F. verwendet worden, und zwar in Verbindung mit Wasserstoffentwickelungsapparaten, ähnlich der Döbereinerschen Maschine, mit Leuchtgasbrennern und Petroleumlampen, unter Benutzung des elektrischen Batteri oder in den Stromkreis einer galvanischen Batterie eingeschalteter, glühender Platinspiralen. Bis jetzt „ indes alle derartigen Apparate kaum anders enn als interessante Spielereien zu betrachten, denen eine praktische Bedeutung nicht beizulegen ist. In neuester Zeit sind Benzinlämpchen von verschiedener Form in Verbindung mit einer Zündvorrichtung als Taschen-und Tischfeuerzeuge vielfach in Gebrauch gekommen. Als Zünder dienen bei denselben die sogen. Zündblättchen (s. d.), welche bandförmig aufgerollt sich in einer an dem Lämpchen befestigten Blechkapsel befinden und deren je eins bei einmaliger Umdrehung des seitlichen kleinen Handgriffs explodiert, wodurch die Lampe entzündet wird, oder * ein elektrischer Strom, der in einem der Lampe beigefügten galvanischen Element erzeugt, oder von einer etwa vorhandenen Haustelegraphenleitung abgezweigt wird und der, indem er eine in nächster Nähe des Lampendochts in den Stromkreis eingeschaltete Platindrahtspirale erglühen macht, das Benzin entzündet.