FeedFeyerabend (Sigmund)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Feyerabend (Sigmund), der bedeutendste Verlagsbuchhändler zu Frankfurt a. M. im 16. Jahrh., aus einer alten schwäb., heute noch weitverbreiteten Familie stammend, ward 1528 zu Heidelberg als Sohn des Malers Ägidius F. geboren. Als Maler und besonders als Holzschneider sich ausbildend, brachte er seine Lehr⸗ und Wanderjahre in Augsburg und Venedig zu. Im J. 1559 ließ er sich zu Frankfurt a. M. nieder und trat 1560 in Geschäftsverbindung mit den beiden Buchdruckern David Zöpfel und Joh. Rasch. Mit ihnen gab er eine Bilderbibel heraus, zu welcher Virgil Solis Zeichnungen geliefert hatte, die teilweise von F. selbst in Holz geschnitten wurden. Später associierte sich F. mit den Druckern Georg Rab und den Erben des Weigand Han und nebenbei mit Simon Hüter welch beiden Vereinigungen man eine große Anzahl der schönsten Holzschnittwerke, vorzugsweise von Jost Amman, verdankt. Als auch gegen 1570 diese Verbindungen sich gelöst hatten, betrieb F. für si allein bis 1576 sein Geschäft und assoclierte si dann in diesem Jahre mit seinem Vetter Johann F. Dieser war als Buchdrucker 1573 von Schwäbisch-Hall nach Frankfurt gezogen und hatte 1574 von seinem Vetter Sigmund einen Teil von dessen Verlag käuflich erworben, zog aber durch seine lockere Lebensweise sich und seinem Vetter bedeutende Vermögensschädigung zu. Sigmund F. starb 22. April 1590. Von seinen sieben Kindern überlebten ihn zwei (sein erstgeborener Sohn Hieronymus, dessen Name auf einigen Verlagswerken zu finden ist, war als 18jähriger Jüngling im Nov.1581 gestorben), eine Tochter Katharina und ein Sohn Karl Sigmund (geb. 1574). Letzterer, der verschiedene größere Reisen, unter andern nach Italien unternahm, trat später in die Dienste des Kurfürsten von Trier und wurde dessen Hofjunker unter dem Namen Karl Sigmund F. von Bruck. Im J. 1600 heiratete er die Witwe Johann F.s (gest. im Aug. 1599 auf einer Ges aftsreise in Prag) und starb 15. Juni 1609 zu Bad Boll in Württemberg. In wessen Hände das Geschäft, das immer geringer wurde, überging, ist nicht bekannt. Vgl. Pallmann, „Sigmund F., sein Leben und seine geschäftlichen Verbindungeno (Frankf. a. M. 1881

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 774Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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