Froben (Johs.), gewöhnlich Frobenius genannt, gelehrter Buchdrucker, geb. zu Hammelburg um 1460, ging nach Basel, um zu studieren, bekam aber bald Lust zur Buchdruckerkunst durch seine Bekanntschaft mit dem Buchdrucker Joh. Amerbach. Er arbeitete zuerst als Korrektor in dessen Offizin, wurde dann Bürger von Basel und begann 1491 seine selbständige Wirksamkeit durch den Druck einer Bibel in zierlicher kleiner got. Schrift. In seiner Druckerei unterstützte ihn als Korrektor sein Schwiegervater Wolfgang Lachner, sowie Wolfgang Musculus, Joh. Okolampadius und später Erasmus. Ihm galt es vor allem um fehlerfreie Ausgaben, dann aber auch um schöne Schrift. Er ahmte bald die um 1490 in Venedig von Aldus Pius Manutius angenommene zierliche Schrift nach und druckte darin die Adagiap seines Freundes Erasmus. F.s Thätigkeit war eine sehr große; er hat 1491—1527 an 300 meist bedeutende Werke in hebr., griech. und lat. Sprache, und darunter alle Schriften des Erasmus gedruckt. Unter ihnen glänzen das 1516 zuerst erschienene Neue Testament und die Werke des Hieronymus. Seine Titelblätter sind zwar etwas überladen, allein durch die Randeinfassungen, bei vielen nach Zeichnungen von Holbein, von Interesse. Sein Buchdruckzeichen besteht in zwei gekrönten Schlangen, die sich um einen von zwei Händen gehaltenen Stab winden, auf dem ein Vogel sitzt. Er starb im Okt. 1527. Seine Offizin wurde von seinen Söhnen Hieronymus (gest. 1563) und Johann, seinem Schwiegersohne Nic. Episcopius (gest. 1564) und später von seinen Enkeln Ambrosius und Aurelius fortgesetzt.