Meßkatalog hieß das i zu Ostern und Michaelis ausgegebene Verzeichnis der erschienenen Bücher, Kunstsachen, Landkarten u. s. w., welchem in einer eigenen Abteilung auch ein Verzeichnis der in der nächsten Folgezeit erscheinenden Bücher beigegeben war. Früher besorgten die Buchdrucker den Vertrieb ihrer Bücher selbst und machten ihren Verlag durch Kataloge bekannt, von welchen der älteste bis jetzt entdeckte der des straßburger Druckers Johann Mentelin um 1472 ist. Als der Buchhandel in der Folge sich von der Buchdruckerkunst trennte und die Büchermessen zu Frankfurt a. M. der Hauptsitz desselben wurden, kam Georg Willer, ein augsburger Buchhändler, 1564 zuerst auf den Gedanken, jede Messe einen M., d. h. ein Verzeichnis aller neuen Bücher, worin das Format und der Verleger angezeigt wurden, drucken zu lassen. Auch seine Söhne, Elias und Georg Willer, druckten solche Kataloge noch bis ins 17. Jahrh. hinein. Sehr bald fanden andere Buchhändler, z. B. Johann Portenbachs Erben und Tobias Lutz (gemeinschaftlich zu Augsburg, sowie Peter Schmidt (Fabricius) und P. Brachfeld in Frankfurt a. M. sich bewogen, neben jenem von Willer ebenfalls dergleichen Verzeichnisse zu liefern. Nebenher erschienen noch in letzterer Stadt einzelne Jahrgänge bei Egenolffs Erben, Johann Feyerabend und Johann Sauer. Ein Verzeichnis sämtlicher in den Katalogen 1564 —92 aufgeführten Bücher besorgte Nik. Bassäus (3 Bde., Frankf. 1592), dem später noch ähnliche Zusammensetzungen folgten. Die Bedeutung des Unternehmens erkennend, wußte der frankfurter Rat dasselbe in seine Hände zu bringen, obschon neben diesem offiziellen M. gelegentlich noch andere, so kath. Meßkataloge von 1616 bis 1619(2), dann ein kaiserlich privilegierter herauskamen. Der offizielle M. erschien bei Sigmund Latomus und dessen Nachfolgern und bestand bis 1759. Mit der zunehmenden Bedeutung der leipziger Messe erschienen auch hier seit 1594 eigene M. im Verlage des Buchhändlers Henning Groß, welche dann an dessen Nachkommen und endlich 1759 an die Weidmannsche Buchhandlung übergingen, welche sie bis 1850 fortsetzte. Von 1598 bis 1619 gab außerdem noch Abraham Lamberg in Leipzig M. heraus. Die frühere systematische Einrichtung desselben wurde später mit der alphabetischen vertauscht und statt des Quartformats seit 1795 Oktav gewählt. Aber erst seit Ostern 1851, wo der Katalog in den Verlag von Georg Wigand in Leipzig überging, strebte man nach größerer Vollständigkeit und bibliogr. Genauigkeit; 1852 übernahmen Avenarius u. Mendelssohn in Leipzig den Verlag des M. und ließen ihn seit Ostern 1853 in einer gänzlich neuen, erweiterten und verbesserten Gestalt als (Bibliogr. Jahrbuch für den deutschen Buch-, Kunst- und Landkartenhandelo, ausgestattet mit mannigsachen Repertorien, Notizen und Nachweisungen, erscheinen. Nach Trennung dieser Firmen setzte E. Avenarius das Unternehmen allein fort, bis er es 1860 abschloß. Vgl. Schwetschke, Codex nundinarius Germaniae literatae bisecularis. Meßjahrbücher des deutschen Buchhandels von dem Erscheinen des ersten M. 1564 bis zu der Gründung des ersten Buchhändlervereins 1765 (Halle 1850), 2. Band, 1766 —1846 (Halle 1877)7)7. Mefzkeil, aus Stahl oder aus Glas geschliffener Keil, welcher bei genauen Messungen von Längen an der Erdoberfläche (wie sie bei Gradmessungen, beziehungsweise bei der Landestriangulation vorkommen) zum Ermitteln der Abstände der Maßstäbe voneinander benutzt wird, indem letztere zur Vermeidung von Verschiebungen in ihrer Lage nicht dicht aneinander stoßen dürfen. Der M. ist etwa 10 cm lang, um 1 mm verjüngt und auf den parallelen Endflächen mit 100 Querlinien versehen, sodaß ½1οο mm abgelesen werden können.