Mariana (Padre Juan de), einer der ersten span. Geschichtschreiber, geb. zu Talavera 1536, hatte sich dem geistlichen Stande gewidmet, auf der Universität Alcala studiert und trat in den Jesuitenorden. Er bereiste 1560 Italien, Sicilien und Frankreich, lehrte Theologie in Rom, Sicilien und Paris und kehrte 1574 in das Jesuitenkollegium zu Toledo zurück. Seine Unparteilichkeit, womit er sich nicht scheute, die Gebrechen dieses Ordens aufzudecken, wie das Werk „De las enfermedades de la Compania y de sus remedioso (Brüss. 1625) beweist, zogen ihm Zurücksetzungen und sogar einjährige Einsperrung zu. Er starb zu Madrid 17. Febr. 1623. Sein Hauptwerk ist die Historia de rebus Hispanicisp (die ersten 20 Bücher Toledo 1592, dann mit 10 Büchern vermehrt am vollständigsten Mainz 1605 und Frankf. 1606 in Schotts „Hispania illustratap, Bd. 2 u. 4) in eleganter lat. Sprache. Seine Darstellung ist unbefangener als die der andern span. Geschichtschreiber; doch findet man bei ihm wenig eigene Forschungen. Er übersetzte es selbst frei ins Spanische (2 Bde., Toledo 1601 u. öfter). Außerdem schrieb er eine berühmte Abhandlung De rege et regis institutionen (Toledo 1599); ferner „De ponderibus et mensurisv (Toledo 1599), Scholia in Vetus et Novum Testamentumo (Madr. 1619) und eine Abhandlung über die Theater seiner Zeit: &De spectaculiso (1590; auch Köln 1609: Tractatus septemo). Vgl. Ranke, Zur Kritik neuerer Geschichtschreiberv (Berl. 1824; 2. Aufl., Lpz. 1874). Seine Hauptwerke wurden in die 4Biblioteca de autores espaholeso (Bd. 30 u. 31) aufgenommen.