FeedFibröses Gewebe (Tela fibrosa)
HeilkundeBrockhaus 1882

Fibröses Gewebe (Tela fibrosa), sehnenähnliches Gewebe des tierischen und menschlichen Körpers, welches aus dicht ineinander gesilzten, durch eine spärliche Kittsubstanz miteinander verbundenen Bindegewebsfasern besteht und den aus ihm bestehenden Organen einen hohen Grad von Härte und Festigkeit verleiht, weshalb es sich vorzüglich zum Bindungsmittel fester Teile (Knochen, Knorpel) so- wie zur Übertragung von Kräften von einem Körtlas- oder Metallglanz und sein schillerndes Ansehen zeichnen es in auffallender Weise von allen übrigen Geweben aus. Das fibröse Gewebe kommt im Körper teils in Form von festen, runden oder platten Strängen (als 1. und Bänder), teils in Form von Häuten oder Röhren von verschiedener Ausdehnung und Dicke vor, welche andern weichern Geweben zur Hülle und Begrenzung dienen. So bestehen die Knochen⸗ und Knorpelhaut, die Muskel- und Sehnenscheiden, die harte Hirnhaut, die Faserhaut des Auges und vieler Eingeweide, zum Teil auch die äußere Haut und die serösen Häute, die äber wände und die Nervenscheiden aus derartigem fibrösen Gewebe. (S. Gewebe.) Geschwülste, welche vorwiegend aus fibrösem Gewebe bestehen, nennt man Fasergeschwülste oder Fibroide (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 778Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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