FeedFilzkrankheit
PflanzenreichBrockhaus 1882

Filzkrankheit der Blätter nennt man in der Pflanzenpathologie eine Krankheitserscheinung, die darin besteht, daß durch abnorme reichliche Haarbildung filzartige Flecken auf den Blättern entstehen. Man kennt die 0 schon seit langer Zeit und laubte früher, die Ursache derselben in parasitisch ebenden Pilzen suchen zu müssen, die unter dem Gattungsnamen Erineum zusammengefaßt wurden, weshalb man die Filzbildung selbst bisweilen als Erineum bezeichnete. Auch noch zwei andere Gattungen, Taphrina und Phyllerium, wurden aufgestellt, deren Arten ebenfalls die F. hervorbringen sollten. Genauere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, daß jene abnormen Haarbildungen durchaus nichts mit parasitischen Pilzen zu thun haben, sondern daß es gewisse Milben sind, welche die Krankheit ackn eine Art von Gallenbildungen, indem durch den Einfluß der Milben, die der Gattung Phytoptus (s. d.) angehören, Aussackungen mancherlei Art und auch Verflechtungen der Haare untereinander bewirkt werden. und Sträuchern auf, so an der Eiche, Buche, dem Ahorn, vielen Obstbäumen, am Weinstock, Haselnußstrauch u. v. a. Man unterschied des Chlorophylls, und demgemäß auch eine Schädigung der Ernährung. So tritt z. B. beim Weinstock oft eine nur äußerst mangelhafte Blattentwickelung auf, mit der natürlich auch ein sehr geringer Ertrag an Trauben verbunden ist. Wirksame Gegenmittel gegen die F. sind bisjetzt noch nicht bekannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 811Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6