Fingerhut (Digitalis), eine zur Familie der Scrophularineen gehörige Pflanzengattung, charakterisiert durch einen fünfteiligen Kelch, eine glockenförmige, bauchige, am Rande vierspaltige Koralle, deren oberer Abschnitt ausgerandet, mit zweiteiligen Staubbeuteln, eiförmiger, langgespitzter, zweifächeriger, vielsamiger Kapsel, deren Scheidewand durch die einwärts gebogenen Klappen gebildet wird. Die hierher gehörigen Arten haben ihre Heimat in Europa, Asien, Nordafrika und auf den Canarischen Inseln, und sind zweijährige oder ausdauernde Kräuter, seltener Halbsträucher, alle aber narkotisch scharf, giftig, meistens durch schöne, zu Geseuchnet. Wel Trauben geordnete Blumen ausgezeichnet. Bei uns einheimisch ist der rote Fingerhut (D. purpurea), gemein auf Waldschlägen und Waldlichtungen, im Gebirge häufig gesellig wachsend und dann ein Schmuck bewaldeter Gebirge, z. B. des Oberharzes und des Thüringerwaldes. Die an dem 1—1,30 m hohen Stengel in der Achsel von Deckblättern stehenden Blumen sind hängend, außen purpurrosa, an der Basis weiß und bilden eine bis 80 em lange Traube. In den Blumengärten wird unter dem Namen var. gloxiniaeflora eine durch höhere Schönheit ausgezeichnete Form mit noch längern Blütentrauben und größern, weiter geöffneten, innen stets punktierten und gefleckten Blumen kultiviert. Man hat von ihnen eine rosen-oder purpurrote Varietät mit brauner oder purpurner Punktierung, eine weiße mit purpurkarminroten Flecken, eine ganz weiße u. s. w., alle von reizendem Ansehen. In den Gärten finden sich auch einige andere Arten, 3. B. D. grandiflora, ebenfalls einheimisch, mit unten seidenhaarigen Blättern und blaßgelben oder schwefelgelben Blumen, D. ferruginea, im Orient heimisch, mit meist rispenartig geordneten Trauben, graulich rostfarbigen Blumen. Der im roten F. enthaltene giftige Stoff heißt Digitalin (s. d.). „Fingersatz (Applikatur) heißt in der Musik eine wichtige technische übung, welche namentlich bei Tasteninstrumenten von Bedeutung ist, da diese mit den Fingern allein zum Tönen gebracht werden. Der F. ist daher bei Klavier und Orgel zu einer großen Kunst ausgebildet und nimmt einen erheblichen Teil des Unterrichts in Anspruch. Die fünf Finger werden durch die Zahlen 1 bis 5 bezeichnet. Die Engländer zählen die Finger nur von 1 bis 4 und geben den Daumen durch ein an, wie es in alter Zeit allgemein geschah, nur daß damals der Daumen häufiger durch eine Null als durch ein Kreuz bezeichnet wurde.