FeedFioco (ital.)
MusikBrockhaus 1882

Fioco (ital.), musikalische Vortragsbezeichnung: iogo, japan. Hafen, s. Hiogo. iol oder Viol (Sweipolt), Drucker der ältesten slaw. Inkunabeln in cyrillischer Schrift, nennt sich selbst in der Nachschrift zu einem seiner Drucke «Krakauer Bürger, Schwaypolt Fjeol (Feoh, aus Deutschland, von deutschem Geschlecht, ein Franke v. Nach einem ihm vom König Kasimir Jagello erteilten Privilegium hat er 1489 neue Wasserschöpfmaschinen in den Bleiwerken zu Olkusz eingeführt, war also Techniker. In diese Zeit dürften auch die Anfänge seiner buchdruckerischen Thätigkeit fallen. Es existiert ein Vertrag F.s mit Rud. Borsdorf aus Braunschweig, welcher für ihn slaw. Lettern (4Rewsche Schrifty) nach F.s Anleitung schnitt. Die von F. gedruckten Werke sind liturgische Bücher der griech. Kirche: ein «Oktoech » (337 Seiten in Folio, jede Seite mit 25 Zeilen; das einzige vollständige Exemplar davon findet sich in der Redigerschen Bibliothek zu Breslau), ein «Czasoslow » (Missale), jedes dieser beiden Werke trägt die Bemerkung: agedruckt in Krakau 14915; ferner zwei Triodso +1 rt und Jahr, wahrscheinlich früher als die beiden ersten Werke hergestellt, aber wohl gleichzeitig mit ihnen erausgegeben. Von einem noch genannten fünften erke, einem Psalter v, hat sich bisher noch kein Exemplar gefunden. Diese zu Gunsten der griech. Kirche entwickelte Druckthätigkeit und ohne Zweifel auch Beziehungen zum Hussitentum trieben F. in die Hände der Inquisition. Am 21. Nov. 1491 wurde er vor das Gericht des krakauer Bischofs citiert, trotz einer für ihn geleisteten Bürgschaft ins Gefängnis gesetzt und erst entlassen, nachdem er 8. Juni 1492 den Eid geleistet, daß er jede Ketzerei verfluche und sich in jeder Beziehung der Lehre der kath. Kirche unterwerfe. Damit hörte seine Druckerthätigkeit auf und F. verließ Krakau. Eine Urkunde von 1511 nennt ihn (Bürger von Leutschauo (Oberungarn). Sichergestellt ist auch, daß er 1525 zu Leutschau starb. Einige halten F. für identisch mit dem berühmten Buchdrucker zu Rom, Eucharius Silber, auch Frank genannt, aus der Diöcese Würzburg, der 1480 seine Thätigkeit begann, oft seinen Namen änderte und sich in Krakau F. (urkundlich kommt auch Feyel, Feyl vor) genannt haben könne, oder einen Verwandten desselben. Nach andern soll er, obgleich Deutscher der Nationalität nach, in Lublin geboren sein, mit den dortigen (Klein⸗) Russen in Beziehungen gestanden haben, von Profession eigentlich Seidenhafter gewesen sein und die Buchdruckerkunst auf seinen Wanderungen in Deutschland kennen gelernt haben. Die Sprache seiner Drucke ist altbulgarisch mit südruss. Färbung und die Form der Schrift findet sich erst ähnlich wieder in den ugrowalachischen (kronstadter) Drucken des 16. Jahrh. Vgl. Estreicher, KGünter Zainer i Swietopelk Fiolh (Warsch. 1867); Golowatzkij, «Sweipolt F.v (Wien 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 830Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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