FeedFiorillo (Joh. Dominicus)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Fiorillo (Joh. Dominicus), deutscher Kunstschriftsteller, geb. zu Hamburg 13. Okt. 1748, widmete sich in Bayreuth, seit 1761 in Rom und Bologna der Malerei als Anhänger der Schule Battonis. In der Folge wendete er sich mehr der Kunstgeschichte zu. Im J. 1781 ging er nach Göttingen, wo er Unterricht im Zeichnen und der Malerei erteilte, 1784 die Aufsicht über die Kupferstichsammlung der Bibliothek erhielt und 1799 außerord., später (1813) ord. Professor in der philos. Fakultät wurde. Er starb zu Göttingen 10. Sept. 1821. Weit bedeutender als F.s Zeichnungen und Gemälde sind seine kunsthistor. Werke: „Geschichte der zeichnenden Künste von ihrer Wiederauflebung bis in die neuesten Zeiten (5 Bde., Gött. 1798 1808), „Kleine Schriften artistischen Inhalts v (2 Bde., Gött. 1803—6), „Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland und den vereinigten Niederlandeno (2 Bde., Hannov. 1815—17). F. hat in diesen jetzt noch interessanten Werken zum ersten mal eine umfassendere Verarbeitung der wichtigsten Kunstnachrichten aus dem Mittelalter versucht. ioringras, s. unter Agrostis. iorino (ital., d. h. Gulden), Name einer frühern Geldrechnungsstufe und einer Münze im vormaligen Großherzogtum Toscana. Goldene Fiorini wurden zuerst 1252 in Florenz geprägt. Viel geringer an Wert (nur etwa ½s soviel) war das spätere Rechnungsgeld des Namens F., eine Stufe von 17½3 toscan. Lire, 33 ½ Soldi oder 100 Quattrini. Von 1826 bis 1850 wurde der F. als Silbermünze geprägt, im Gewicht von 140 toscan. Grana, im Feingewicht von 128 ½ Grana; dieses Stück war demnach 6,8773 g schwer, 9162½, Tausendteile oder ½2 fein, im Feingewicht von 6,3012 g und, wenn man die deutsche Mark zu ½ Thaler des frühern 30-Thalerfußes rechnet, im Werte von 1,134s deutschen Mark oder 0,5674 österr. Silbergulden. In derselben Feinheit und von verhältnismäßigem Gewicht und Wert wurden auch Stücke zu ½ und zu ½ F. ausgemünzt, und in Gold prägte man seit 1826 Stücke zu 80 Fiorini oder 133½ toscan. Lire, gesetzlich ganz fein und 664 Mark wert. (S. Gulden.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 831Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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