Firän, Name des einzigen Dorfs auf der Halbinsel des Sinai, das alte Paran, liegt im Wadi Iuan welches in dem obern Teile das fruchtbarste Thal der ganzen Halbinsel ist. Es tritt hier, am Fuße des Serbäl, mit dem es durch das Wadi Alegät verbunden wird, durch die Konfiguration eines großen, bis zum Gebel-Müsa reichenden Terrains, aus welchem jeder Wasserniederschlag hierher geleitet wird, das einzig perennierende Wasser, ein kleiner Bach, aus dem Felsen, um bald darauf, bei der Krümmung El-Hessue, wieder im Boden zu verschwinden. Lepsius (KReise von Theben nach der Halbinsel des Sinaiv, Berl. 1846) verlegt hierher Raphidim, wo Moses Wasser aus dem Felsen schlägt, und den Ort, wo er am Berge Gottes Amalek überwindet. F. ist zugleich der Mittelpunkt für die singitischen Felsenaufschriften, welche von den semit. Pilgern der Halbinsel wegen des heiligen Serbal, des alten Horeb und zugleich Sinai, in den ersten vor⸗ und nachchristl. Jahrhunderten eingegraben wurden. Auch war hier die erste christl. Kirche mit einem Kloster, welche schon um 400 als Bischofssitz genannt wird, und von welcher das Kloster des Gebel-Müsa wenigstens bis zum 10. Jahrh. abhängig war. Erst seit jener Zeit hatten sich die Anachoreten nach Gebel-Müsa gezogen und die Sagen des Sinai mit sich vom Serbäal verpflanzt.