Bahrein-Inseln oder Aväl-Inseln heißt eine Gruppe von Rns auf der arab. Seite des Persischen Meerbusens, innerhalb einer Bai, welche im SO. die mit dem Räs Kap) Rekkän oder Aufir auslaufende Halbinsel El-Bahrein und im NW. das Räs Tannüra bei El-Kätif begrenzen. Die bedeutendsten dieser Inseln sind Samak, Bahrein oder Aväl im S˙O. th Menama und Maharrak. Nordöstlich von ihr liegt das viel kleinere Eiland Arad mit gleichnamiger Stadt (Aradus des Plinius). Beide sind die fruchtbarsten, wasser⸗ — und gesündesten Inseln des Persis en Go 5 und liegen inmitten einer reichen Perlenbank. Die Insel Samak erstreckt sich 50 EKm von N. nach S., mit einer größten Breite von 17 km, ist im Innern etwas bieten &. an den Küsten aber sehr flach und von vielen Sandbänken 4½½½ welche bei niedrigem Wasserstande trocken liegen, und zählt etwa 60 Dörfer mit 60—70000 E. Der von vielen süßen Quellen getränkte Boden ist außerordentlich ergiebig, wenngleich nur teilweise gut angebaut, und liefert viel Datteln, Mandeln, Limonen, Granatäpfel, Wein, Feigen, Weizen und Gerste. Bemerkenswert ist, daß um Samak auf dem Meeresgrunde süßes Wasser stark hervorquillt, welches Taucher in Schläuchen Muam um damit Schiffe zu verproviantieren. Menama, die Hauptstadt, am nordöstl. Ende der Insel, zählt etwa 25000 E. Sie ist gut gebaut, besitzt einen reichen Bazar und große Karawanserais zur Aufnahme der zahlreichen Kaufleute, welche zur Zeit der Perlfischerei sich hier einfinden. Nördlich von 0 liegt ein guter Hafen, der jedoch schwer zugängli ist; sicherer ist der kleinere, südöstlich liegende. Beide werden zum Teil durch Arad, die zweite Insel, gebildet, welche so flach ist, . sie bei Ihren asserstande als in zwei geteilt erscheint. Ihren Ruhm und ihre große Bedeutung verdanken die Inseln dem gewinnreichen Betriebe der Perlfischerei, deren Mittelpunkt sie sind. Die Perlbänke erstrecken sich jedoch in einer Ausdehnung von 300 km von den Biddulfsinseln südöstlich bis Schardscha. Die Perlfischerei wird von der Bevölkerung in den Monaten April bis Oktober betrieben, wo das Wasser hinlänglich warm ist. Die Ins el Samak f chickt 3500 Boote aus, von denen 2500—3000 auf die Hauptstadt allein kommen; die pers. Küste schickt 100 und etwa 700 die Piratenküste, samt den Ortschaften zwischen Bahrein und dem Räs Mesandum. Der Handel mit den Muscheln wird Trelled an Ort und Stelle gemacht; gegen drei Vierteile kaufen die Hinduhändler; der Rest geht nach Bagdad, Syrien, der Türkei u. s. w. Der Ertrag beläuft sich nach Schätzung der Engländer auf 250000 Pfd. St., nach Abzug der mancherlei Gebühren (20 Proz. vom Werte), welche den beaufsichtigenden Scheichs und Gouvernementsschiffen zu entrichten sind. Auch der übrige Handel ist nicht gering, da Menama der Mittelpunkt des ganzen Handels dieser Ostküste Arabiens ist. Die Inseln waren schon den Alten bekannt. Die Portugiesen, von deren Herrschaft einige Ruinen am Hafen zeugen, besetzten die Insel Bahrein 1507 bald nach der Eroberung von Ormus und trieben die einträgliche erlensischerei auf eigene Rechnung. Nachdem ihnen 0 Bahrein I. 1622 Ormus entrissen, mußten sie auch Bahrein aufgeben, um dessen Besitz nun Perstr (Schah Nadir eroberte sie 1735) und Araber tritten, bis ein Stamm der letztern, die Athubis, sich 1784 der 0 Ja bemächtigten. 29 Wüstenfeld, (Bahrein und Jamäma, nach arab. Geographen beschriebend (Gött. 1874).