Firkowitsch (Abraham), karäischer Jude, geb. 27. Sept. 1786 in Luzk in Volhynien, gest. 7. Juni 1874 in Dschufut-Kale in der Krim, hat sich besonders bekannt gemacht durch seinen Eifer um Sammlung litterarischer und epigraphischer Denkmäler für die ältere Geschichte des Karäertums; von der rabbanitischen Litteratur hatte er nur unvollkommene Kenntnis, trat auch zu zeiten feindlich den Rabbaniten entgegen. Die durch vielfache und beschwerliche Reisen erlangten Resultate hat er unter anderm in seinen Werken «Massa u-Meribas (Goslow 1838) und Abne Likkarono (Wilna 187²) niedergelegt; eine Anzahl der von ihm gesammelten Handschriften und Epigraphe brachte er nach Petersburg, wo die russ. Regierung sie für die kaiserl. Bibliothek ankaufte. Unter den karäischen Juden nahm F. eine hervorragende Stellung ein. Indessen machten sich schon bei seinen Lebzeiten Zweifel gegen die von ihm publizierten Varianten und alten Nachrichten geltend; nach seinem Tode wurden die Unzuverlässigkeit, ja die absichtlichen Fälschungen, welche F. sich zu Schulden kommen ließ, durch die Untersuchungen von Strack und Harkavy bis zur Evidenz bewiesen. Vgl. Jellinek, (Abraham F.» (Wien 1875); A. Harkavy, Abraham F.s altjüd. Denkmäler in der Krimp (Petersb. 1876). Besonders starke Anklagen gegen den Charakter des F. und gegen die von ihm angewendeten Mittel zur Erlangung von Handschriften erhob E. Deinard in seiner (hebräisch geschriebenen) „Biographie des F. » (Warsch. 1875).