Flamen (lat.) hieß im alten Rom der Eigenpriester eines einzelnen Gottes, welcher unter anderm als Abzeichen seiner Würde eine kegelförmige Mütze (apex) trug, an deren Spitze eine dünne, mit Wolle umwundene Rute sich befand. Es gab zwei Klassen Flamines, nämlich die drei maiores aus patricischem und die zwölf minores aus plebejischem Geschlechte. Erstere waren der F. des Jupiter (E. Dialis), des Mars (F. Martialis) und des Quirinus (F. Quirinalis). Der F. Dialis hatte eine Amtswohnung auf dem Palatin, sowie als Auszeichnung den Gebrauch der sella curulis, seinen Lictor und einen Sitz im Senat. Bei diesen Vorrechten war er aber auch zählreichen Beschränkungen unterworfen. So durfte er keinen Eid ablegen, keine Fessel an sich haben, überhaupt viele Dinge nicht berühren, kein Pferd besteigen, nicht über Nacht die Stadt verlassen und mußte, wenn seine Gemahlin starb, sein Amt niederlegen. Letztere führte den Namen Flaminica und war bei der Besorgung des Opferdienstes mitbeteiligt.