FeedSalier
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Salier (Salii, d. h. Springer) war der Name zweier röm. Priesterkollegien, deren jedes aus zwölf Patriciern bestand. Das ältere, der Sage nach von Numa eingesetzte, hatte sein Heiligtum auf dem Palatinischen Berge und hieß daher das der Salii Palatini. Es war dem Dienste des Mars Gradivus, der sowohl Ackerbau⸗ als Kriegsgott war, geweiht. Die Stiftung des zweiten, zum Dienste des Quirinus bestimmten, wird dem Tullus Hostilius beigelegt. Das Heiligtum desselben stand auf dem Collis Quirinalis und die Priester dieses Heiligtums hießen Collini. Auch ihr anderer Name Salii Agonenses oder Agonales wird so erklärt, daß der Quirinal einst auch Agonus geheißen haben soll. Die Palatinischen S. sind die bekanntern. Sie feierten ½½hÜ3— im März mehrere Tage hindurch den Gott Mars, indem sie in der Stadt herumzogen, einen Waffentanz, besonders auf dem Comitium aufführten, die heiligen Schilde des Mars, aneilia, umhertrugen und dazu Lieder sangen. Diese Lieder, carmina saliaria (axamenta), wurden auch später in den alten, den Priestern selbst kaum verständlichen Worten gesungen; die wenigen uns aufbewahrten Reste gehören zu den ältesten Denkmälern des Lateinischen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 141Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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