FeedFlamen (eigentlich Flamard, Albert)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Flamen (eigentlich Flamard, Albert), Kupferstecher, dessen Familienname nicht bekannt ist, da der ihm beigelegte nur seine nationale Abstammung bezeichnet, erwarb sich zur Zeit Ludwigs XIV. in Paris bedeutenden Ruf. Seine Blüte währt ungefähr von 1650 bis 1670. Seine sehr zahlreichen Blätter ragen indes nicht so sehr durch ihren Kunstwert und die ästhetische Vollendung hervor, als vielmehr dadurch, daß sie höchst interessante Zeit⸗ und Gelegenheitsbilder sind. Der Künstler liebte es nämlich, merkwürdige Ereignisse des Staats⸗ und Hoflebens zu verewigen. Als zur Zeit der Fronde die königl. Prinzen in Marcoussy gefangen gehalten wurden, entstand sein Chäteau de Marcoussy. Ferner malte er den Einzug der Königin Christine von Schweden in Paris, die Vermählung des Königs, viele Stadtansichten, Landschaften u. s. w. in mehr als 600 Blättern, welche gestochen und mit der Nadel übergangen sind. Auch als Porträtmaler und als Dichter hat F. sich versucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 870Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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