Flexion (lat., Biegung) bezeichnet in der Sprachwissenschaft die Fähigkeit einer Sprache, ihre Worte zu deklinieren und zu konjugieren (das Chinesische ist z. B. eine Sprache ohne F.), zugleich aber auch die Gesamtheit der vorhandenen Deklinations- und Konjugationsformen. Die F. oder das Flektieren geschieht durch Anfügung gewisser Endungen (Flexionssuffixe) an den Stamm, z. B. lat. nomen, Genitiv nomin-is (Name), Wurzel es (sein), es—t, wo das —t die dritte Person bezeichnet (er ist). Die Flexionssuffixe unterscheiden sich dadurch von den Ableitungsendungen (Derivationssuffixen), daß diese die Bedeutung des Wortes modifizieren (ogl. Hand —hand-lich), jene aber ohne Bedeutungsänderung nur die Beziehung des Wortes im Satze andeuten, z. B. der Nominativ, daß das betreffende Wort Subjekt, der Akkusativ, daß es Objekt eines Satzes ist, u. s. w. Nicht alle Sprachen drücken derartige Beziehungen durch besondere Endungen aus, sondern lassen sie entweder ganz unbezeichnet oder benutzen dazu selbständige Worte, solche Sprachen sind eflexionsloso, nicht flexivischo. Ursprünglich standen auch die indogerman. Sprachen auf diesem Standpunkt, die F. ist entstanden durch Verschmelzung einst selbständiger Clemente, 3. B. lat. es—t, grch. es—ti, sanskr. as—ti ist das —ti ursprünglich das Pronomen der dritten Person (der) und as—ti bedeutet eigentlich esein dery.