Fließpapier oder Löschpapier (frz. papier buvard, engl. blotting-paper), ungeleimtes, wenig gepreßtes Papier, das daher Flüssigkeiten schnell aufsaugt. (S. unter Papierfabrikation.) liesteden (Peter), neben Adolf Clarenbach (. d.) der erste Blutzeuge des Protestantismus am Riederrhein. Von seinem Leben ist sehr wenig betannt. Er stammte aus dem Dorfe Fliesteden im Fürstentum Jülich, kam Dez. 1527 nach Köln, störte durch seinen Widerspruch im dortigen Dome die Messe, wurde deshalb verhaftet und nach langem Prozeß gleichzeitig mit Clarenbach 28. Sept. 1529 hingerichtet. Vgl. C. Krafft in den Wissenschaftlichen Arheiten des rhein. Predigervereinso (Elberf. 1882). Flimmerbewegung. Schon im frühesten Beginn mikroskopischer Beobachtungen hatte man bemerkt, daß gewisse Infusorien, Rädertiere u. s. w., im Wasser schwebende Körperchen oder selbst Tierchen anzogen und abstießen, sodaß sich diese wie in einem Strudel bewegten. Man sprach sogar von der Zauberkraft der Infusorien, bis man bei schärserer Beobachtung mit stärkern Vergrößerungen erkannte, daß diese Erscheinungen von höchst feinen Härchen oder Wimpern herrührten, welche sich in schwingender alich murt befanden. Später unterwarfen namentlich Purkinje und Valentin diese Verhältnisse einer genauern Untersuchung und erkannten, daß die F. oder Wimperbewegung fast im ganzen Tierreiche, mit Ausnahme der Gliedertiere, verbreitet sei. Seit dieser Zeit wurden die Beobachtungen vielfach erweitert, und jetzt ist etwa Folgendes festgestellt. Die Wimpern, welche die F. erzeugen, stehen stets auf besondern Zellen, sog. Wimperzellen, die von sehr verschiedener Gestalt, meist mehr oder minder keilförmig oder kegelförmig sind, und fast immer einen deutlichen Kern haben. Die Zellen können vereinzelt stehen oder eine flächenförmige Ausbreitung Wiigt oft steht auf jeder Zelle nur eine einzige Wimper, die zuweilen sehr groß und dann meist Geißel genannt wird; meist aber stehen auf derselben Zelle zählreiche, höchst feine Wimpern. Mit Ausnahme der Gliedertiere, bei welchen man noch niemals eine Spur von F. gesehen hat, finden sich diese Wimperepithelien im ganzen Tierreiche vor, stets auf der Oberfläche von Häuten und demnach ein Epithelium bildend, in sehr verschiedener Ausbreitung. Bald sind sie sowohl auf der ganzen äußern Körperfläche verbreitet (Turbellarien oder Strudelwürmer, viele Infusorien), bald nur auf einzelnen Stellen derselben (z. B. Rädertiere); häufig flimmern alle innern und äußern Hautausbreitungen oder Auskleidungen von Höhlen, bald nur sehr beschränkte Gegenden, wie z. B. bei dem Menschen die Nase, die Luftröhre mit ihren Verzweigungen und die Eileiter; am allgemeinsten erhält sich die F. auf den Atemorganen; zuweilen findet sie sich in ganz geschlossenen Räumen (Ohrsack der Schnecken). Sie kann vom Willen durchaus unabhängig sein und dann auch nach dem Tode des Tiers oder in abgelösten Zellen bis zur Zersetzung der Zellen fortdauern, oder dem Willen unterworfen sein und dann wesentlich zur Fortbewegung, zur Atmung oder zum Herbeischaffen der pehrhn dienen. Die unwillkürlich bewegten Wimpern schlagen stets in derselben Richtung und Cobbein so einen Strom, der kleine Gegenstände, Schleim, Linsen u. s. w., fortbewegt; die willkürlich bewegten sind häufig in der Richtung ihrer Bewegung durchaus unbeschränkt. Bei vielen Tieren sind sie die einzigen Bewegungsorgane (Infusorien, Rädertiere, Strudelwürmer, Larven der Ringelwürmer, Muscheln, Schnecken u. s. w.), bei andern dient der von ihnen erzeugte Strom zur Beischaffung der Nahrung, des Atemwassers, zur Wegschaffung der Ausscheidungen (Muscheln). Die Wimpern selbst stellen offenbar Fortsetzungen des Zelleninhalts, des Protoplasma, über die Zellenwand hinaus vor, und In Beweung ist dieselbe wie diejenige des Zelleninhalts selbst Gewisse Einwirkungen (Wärme, Sauerstoff, elektrische Reize, verdünnte Alkalien u. s. w.) beschleunigen die Bewegung; unatembare Gase, Säuren, Kälte verlangsamen sie. Wie bei den Tieren findet sich auch die F. bei niedern Pflanzen, Aaen ders den Fortpflanzungszellen (Sporen) der Algen und Pilze, die man dann Schwärmsporen (Zoosporen) genannt hat. Auch hier findet sich bald nur eine, bald zwei Geißelwimpern, bald ein förmlicher Wimperüberzug, und mittels dieses bewegen sich diese Sporen eine Zeit hindurch im Wasser. Vgl. Engelmann, eüber die F.» (Lpz. 1868).