Flintglas, ein wesentlich aus Kieselerde, Kali und Bleioxyd bestehendes, optischen Zwecken dienendes Glas. Während die ersten beiden Substanzen sich leicht, wenn sie durch große Hitze in Fluß gebracht werden, so vereinigen lassen, daß sie eine durchaus homogene Masse bilden, verursacht hingegen das kieselsaure Blei (Bleiglas) durch sein großes spezifisches Gewicht Schwierigkeiten, weshalb es sehr schwer hält, völlig wellenfreie Stücke zu erhalten. Das F. ist für die praktische Optik ein höchst wichtiger Gegenstand, indem man nur mittels desselben achromatische Fernrohre herstellen kann, deren Objektivglas aus F. und aus einem gewöhnlichen, nicht bleihaltigen Glase (s. Crownglas) zusammengesetzt wird. Früher konnte man brauchbares F. in größern Stücken nur in England verfertigen, bis Fraunhofer in München noch viel größere von ganz besonderer Güte machte. Allein er nahm sein Geheimnis mit ins Grab. Später wurde es in fehlerfreien Stücken hergestellt von Merz in München, Daguet in Freiburg in der Schweiz, Guinand in Paris und Chance in Birmingham. Neuerdings hat man auf die Anwendbarkeit des Thallium zur Herstellung gewisser optischer Gläser aufmerksam gemacht. Anstatt des bleihaltigen F. stellt man mitunter auch wismuthaltiges dar. (S. auch Glasfabrikation.) lintrännan, s. unter Drogden. lint-River, drei Flüsse in den Vereinigten Staaten von Amerika: 1) Flint-River lindianisch Thronateeska), entspringt im Staate Georgia etwa 16 km südlich von dessen Hauptstadt Atlanta, im nordwestl. Teile des Staats, fließt zuerst nach S., dann aber, nachdem er etwa 100 km von seinem Laufe zurückgelegt hat, quer durch das County Macon nach SO., worauf er sich wieder nach S. wendet, bis er Albany erreicht. Von hier ab verfolgt er einen südwestlichen Lauf, bis er sich in der südwestlichsten Ecke Georgias mit dem Chattahoochee vereinigt, um mit diesem zusammen den in den Golf von Meriko sich ergießenden Appalachicola zu bilden. Bedeutende Nebenflüsse nimmt der F. nicht auf. Sein Gesamtlauf hat eine Länge von etwa 480 km; für Dampfboote ist er bis Albany, 310 km von der Mündung des Appalachicola, schiffbar. 2) Flint-River, Fluß im Staate Alabama, entspringt in dessen nordöstl. Teile an der Grenze von Tennessee und mündet nach einem südl. Laufe von etwa 110 km, 25 km südsüdöstlich von Huntsville in den Tennessee. 3) Flint-River, Fluß im südöstl. Teile des Staates Michigan, fließt zunächst bis zur Stadt Flint (s. d.) in südwestl. und von da ab in nordwestl. Richtung, bis er sich mit dem Shiawassee vereinigt, um mit diesem den in die gleichnamige Bai sich ergießenden Saginaw zu bilden; er hat eine Länge von etwa 180 km. Fin s. Dinasziegel. lintz, s. Flinz. linz oder Flintz, ein Götzenbild der heidnischen Wenden, das 3 km nördlich von Bautzen beim Dorfe Ohna an einer steilen, felsigen Stelle des linken Spreeufers weithin sichtbar auf einem steinernen Turm errichtet war. Es bestand aus einem nackten Leichnam (wend. 6slo; der wend. Name des F. heißt Celc) aus Stein, ohne Schurztuch, mit einer brennenden Fackel in der Rechten. Auf dem Haupte desselben lag mit den Vorderpfoten ein metallener Löwe, dessen eine Hinterpfote sich auf die linke Schulter des Leichnams stützte, gleichsam um diesen zu wecken. Es ist darin offenbar die im Winter erstarrte Erde symbolisiert, die im Sommer durch die Sonne zu neuem Leben geweckt wird. Die Hauptfeier dieses Sonnenkultus mit Tieropfern, zu der sich große Volksmengen einfanden, scheint zur Zeit der längsten Tage stattgefunden zu haben. Kaiser Heinrich V. ließ den F. 1106 zerstören, doch wurde er von den Wenden wieder aufgerichtet, bis ihn endlich Kaiser Lothar II. 1126 gänzlich vernichtete. Nach dem Volksmunde soll er in die Spree gestürzt worden sein und (weil von Gold) bei hellem Sonnenschein noch heute tief unten im Wasser glänzen. Von den Erklärungen des Wortes F. scheint die des wend. Sprachforschers Pfuhl, der darin ein altslaw. Wort lvinec (das c wie 2 gesprochen) oder lxinc, abgeleitet von lev (Adjektiv IVinyj), der Löwe sieht, der Wahrheit am nächsten zu kommen. lande Küstenland, im obern Gebiete des Isonzo und Sitz des Bezirksgerichts in der Bezirkshauptmannschaft Tolmein, zählt (1881) 1379, als Gemeinde 2091 CE., zum Teil slaw. Zunge. Der Ort liegt am südl. Ausgange des Predilpasses und unmittelbar unter der als Flitscher Klause bekannten Engschlucht, durch welche die Coritenza zum Isonzo fließt. Eine gute Straße führt von F. einerseits über Tolmein im Isonzothale nach Görz, andererseits über den Predil und Raibl nach Tarvis.