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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Glas, n., 1. (Miner.) s. v. w. Hyalith. — 2. (Dechn.) frz. verre, m., engl. glass, lat. vitrum, n. I. Das G. ist ein künstliches Gemenge verschiedener kieselsaurer Salze, im wesentlichen eine durch Schmelzung bewerkstelligte schemische Verbindung von Kieselerde mit Kali, Natron od. beiden vereinigt, od. auch mit Kalk, Thon, Blei-Eisenoxyd u. Baryt, denen behufs Reinigung, durch Verbrennen vorhandener organischer Substanzen oder gefärbter Oxyde, Körper zugesetzt werden, die in der Glühhitze Sauerstoff entwickeln, z. B. Salpeter zum Entfärben kohlenhaltiger „Gläser, Mangansuperoxyd u. arsenige Säure zum Entfärben eisenoxydulhaltiger, Mennige bei beabsichtigter Herstellung bleihaltiger Gläser. Diese Verbindung ist glänzend, hart, spröde und mehr oder minder durchsichtig, widersteht der Einwirkung des Wassers, der Luft und verschiedener Säuren. Zur Fabrikation des Glases dienen demnach Quarz, Quarzsand, Kalk (befördert die Schmelzung), Holzasche, Potasche, Glaubersalz, Soda, Kochsalz, schwefels. Kali, Schmiedeschlacken, Braunstein, Basalt etc.; je nach der Zusammensetzung erhält man die verschiedenen Arten des hier allein in Betracht kommenden Tafelglases, auch Scheibenglas, Fensterglas gen., frz. verre en tables, verre à vitres, engl. table-glass, window-glass, deren man a) im Handel gewöhnlich 9 annimmt: 1. gemeines grünes u.schwarzes; 2. halbweißes G., frz. verre m. demiblanc, engl. straw-coloured glass, semi-white glass; 3. weißes G., frz. verre blanc, engl. white glass; 4. Krystallglas, frz.oristal, m., engl. orystal-glass; 5. Kronglas, frz. crown-glass, m., engl. crown-glass; 6. Flintglas; 2. Spiegelglas, frz. verre à glaces, glace, f. engl. mirror-

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 460Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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