Floridsdorf, Dorf im österr. Erzherzogtum Niederösterreich, Bezirkshauptmannschaft und Gerichtsbezirk Korneuburg, ein Vorort von Wien, 5 Kkm nördlich von Wien, am linken Donauufer und der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn vor der Eisenbahnbrücke gelegen, hat eine Maschinenfabrik, eine Liqueur⸗ und Rosogliofabrik und zählt (1881) 5131 E. Der Ort wurde während des Deutschen Kriegs von 1866 von den Esterreichern provisorisch als Brücenkopf befestigt. Die Werke waren sehr stark und so ausgedehnt, daß sie als verschanztes Lager für mehrere Armeekorps benutzt werden konnten. Der Brückenkopf erforderte 10000 Mann Besatzung. Als das preuß. Heer nach der Schlacht bei Königgrätz auf Wien vorrückte, wurde das unter enderdog Albrecht in Italien stehende österr. Heer mittels Bahntransports zum Schutze der bedrohten Hauptstadt herangezogen und großenteils im verschanzten Lager von F. untergebracht. Der Brückenkopf wurde indessen nicht angegriffen, da Waffenstillstand eintrat und die Friedensverhandlungen inzwischen zum Abschluß gelangten.