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ErdkundeBrockhaus 1882

Engers, Flecken in der preuß. Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis, Amts⸗ und Landgerichtsbezirk Neuwied, am rechten Ufer des Rheins, 5 km östlich von Neuwied, Station der Linien Troisdorf-Niederlahnstein und E.⸗Siershahn-Limburg der Preußischen Staatsbahn und der auf dem Rhein verkehrenden Dampfboote, ist Sitz einer Bürgermeisterei, hat eine Kriegsschule, eine große Landesbaumschule und zählt (1880) 2118 C. (1859 Katholiken, 246 Evangelische, 13 Juden), welche Acker⸗ und Obstbau betreiben, soweit sie nicht in den Kruppschen Hüttenwerken im benachbarten Mühlhofen und bei der Herstellung der Engerser Sandsteine Beschäftigung finden. Letztere, ein sehr geschätztes Baumaterial, werden aus einem mit Mörtel vermischten Konglomerat von Bimssteinstückchen geformt und an der Luft getrocknet. Der Bimsstein wird in 3 m Tiefe aus einem 6 m mächtigen Lager gewonnen. Das hiesige Schloß (nebst Park) ist 1758 vom trierer Kurfürsten Johann Philipp von Waldersdorf erbaut worden; der epheuumwachsene Turmrumpf unterhalb desselben ist der Rest einer 1386 vom trierer Erzbischof Kund von Falkenstein erbauten Burg. Seit 1863 befinder sich in dem Schlosse die Kriegsschule des 7. und S. preuß. Armeekorps und die Landesbaumschule. Reste röm. Gußmauerwerks oberhalb des Ortes deuten an, daß hier sich einst ein Brückenkopf befunden, und das unterstützt die Meinung, daß Cäsar bei seinem zweiten Rheinübergang hier den Strom überschritten habe (nach andern bei dem 2 km weiter oberhalb gelegenen Weißenturm, gegenüber von Neuwied).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 140Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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