FeedFranzösisch-Osterreichischer
GeschichteBrockhaus 1882

Französisch-Osterreichischer Krieg von 1809. Im Frieden Preßburg hatte Osterreich 55 000 qkm mit 3 Mill. Bewohnern verloren, war vom Meere abgedrängt worden und finanziell erschöpft; doch trat Napoleon I. mit immer neuen Anforderungen hervor und verweigerte unter anderm die Herausgabe der Bocche di Cattaro, sowie der Grenzfestung Braunau. Wollte Ssterreich eine Großmacht bleiben, so mußte es rüsten und fernerer Vergewaltigung mit gewaffneter Hand entgegentreten. Hierzu schien 1809 der geeignete Zeitpunkt gekommen zu sein; denn die Kämpfe in Spanien beschäftigten einen großen Teil der franz. Streitkräfte, während das österr. Heer durch die rastlose Thätigkeit des 1806 zum Generalissimus ernannten Erzherzogs Karl an Zahl und innerer Kraft bedeutend gewonnen hatte. Die Befestigungen waren vermehrt und verstärkt, das Ersatzwesen zweckmäßig geregelt, die Landwehr geschaffen worden, auch die Organisation des Heeres und die Ausbildung der Truppen hatten große Verbesserungen erfahren. Ungarn erbot sich zur Stellung von 80000 Mann, Magnaten und Komitate stellten ganze Regimenter auf. In den 1805 abgetretenen Provinzen Tirol und Dalmatien wurde der Aufstand der Bevölkerung vorbereitet und 1808 mit den Rüstungen begonnen. Nachdem eine auf diese bezügliche Beschwerde Frankreichs ausweichend beantwortet worden war, bot Napoleon die Kontingente des Rheinbundes auf und forderte vom wiener Hofe die Einstellung der Rüstungen. Die Streitkräfte der beiden Gegner hatten folgende Stärke und Verteilung. Die franz. Armee bestand aus 741 Bataillonen (545 000 Mann), 95 Kavallerieregimentern (72000 Reiter), einer starken Artillerie und 25000 Mann Kaisergarde, die ital. Armee war 60000 Mann, das Heer des Rheinbundes 114000 Mann stark,. sodaß Frankreich im ganzen über 850000 Mann Feldtruppen mit ungefähr 2400 Geschützen (ein-H schließlich aller Ersatztruppen) verfügen konnte.. Davon standen 244000 Mann in Spanien, 12000 Mann in Dalmatien, 20000 Mann bei Mainz, die bayr., württemb. und sächs. Truppen in libungslagern. Im Okt. 1808 wurde von Napoleon die Rheinarmee mit dem Hauptquartier in Erfurt gebildet und der Befehl über dieselbe dem Marschall Davoust übertragen; gleichzeitig stellte Fürst Poniatowski im Herzogtum Warschau ein Heer von 30000 Mann zusammen. Napoleon wollte gegen Ende Pumia ein Heer von 160000 Mann (120000

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 224Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6