Floris (Frans), brabant. Maler, hieß eigentlich de Vriendt. Geb. zu Antwerpen 1520 und ursprünglich zur Bildhauerei bestimmt, schloß er sich zuerst in seinem 20. Jahre der Malerschule des Lambert Lombard an und besuchte später Italien, wo die Werke Rafaels, Michel Angelos und die Antiken seine Muster wurden. Nach Antwerpen zurückgekehrt, begründete er eine Schule von 120 Schülern, welche seine Darstellungsweise für lange Zeit zur herrschenden machten. Trotz seiner Unmäßigkeit im Trinken schuf er doch unzählige Bilder, sodaß jede größere Galerie Werke von ihm beitzt; die zu Antwerpen enthält sein Hauptbild, den Sturz der bösen Engel. F. starb zu Antwerpen 1. Okt. 1570. Schon sein Lehrer Lombard schwankte zwischen der alten niederländ. Kunstweise und der der Römischen Schule; F. wandte sich entschieden der letztern zu. Er gehört zu jenen niederländ. Künstlern, welche das nationale Element ihrer vaterländischen Kunst verließen, um dafür eine zierliche Nachahmung der Italiener einzutauschen. Von Rafael und Michel Angelo hat er sich die äußere Vornehmheit der Erscheinung angeeignet. Er bewegte sich mit Vorliebe in mytholog. Gegenständen und malte z. B. die 12 Arbeiten des Hercules. Eins der interessantesten Werke ist sein Entwurf zu den Triumphbogen für den Einzug Karls V. und Philipps II. in Antwerpen. Von seinen Schülern zeichnen sich aus durch Pannon der Form Frans Frank der Altere, Frans Pourbus und Martin de Vos. — Sein Bruder, Cornelius F., war Baumeister; von ihm ist das Rathaus in Antwerpen erbaut worden.