FeedFoltz (Philipp)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Foltz (Philipp), namhafter deutscher Maler, geb. 11. Mai 1805 zu Bingen, besuchte das Gymnasium zu Mainz, entschied sich aber für die Kunst und fertigte anfangs, schon früh auf seine eigene Kraft an½ Zeichnungen aller Art, um das tägliche Brot zu verdienen. In den Hilfswissenschaften der Kunst streng von seinem Vater, dem Maler Ludwig F., unterrichtet, ging er 1825 nach München, wohin ihn der Ruf von Cornelius zog, und nachdem er sich in der Akademie eine feste künstlerische Grundlage angeeignet, arbeitete er unter Cornelius mit an den Fresken der Glyptothek, wobei ihn Schlotthauer in der Technik unterwies. Später malte er unter den Arkaden mit Schilchen einige Bilder aus der bayr. Geschichte, sowie vier allegorische Figuren zwischen den Bogen. In der Neuen Residenz führte er mit Zuziehung von Wilh. Lindenschmitt im Schreibzimmer des Königs 23 Darstellungen nach Schillers Balladen und Dramen aus. Hierauf schmückte er allein das Servicezimmer der Königin mit 19 Bildern nach Bürgers Gedichten. Zu seinen ersten und vorzüglichern Olgemälden gehören: die wachehaltende Suliotin, sowie die auf ihren Buben harrende Sennerin und das größere Gemälde: Griechinnen auf dem Schlachtfelde, Verwundete pflegend. Diesen folgte die Fischerin am Achensee, die Wildschützen, Jäger und Sennerin, höchst anziehende Bilder von romantischem Charakter, der überhaupt in F. Schöpfungen vorherrscht. Darauf entstand 1832 seine a der Abschied König Ottos von Griechenland, welches 42 Porträts enthält. Hel 1835 ging F. nach Rom und schuf hier eine Heilige Familie, dann den Grafen von Habsburg und des Sängers Fluch nach Uhland, welch letzteres Bild vom kölner Museum angekauft und durch eine Steinzeichnung von Hanfstängl vervielfältigt wurde. Im J. 1839 wurde er Professor an der münschener Akademie und malte bis 1842 die Tiroler Schlachten, deren eine in Mailand, die andere in Amerika sich befindet, sen König Max II. und den Fürsten von Löwenstein zwei große Jagdbilder und dann die Wallfahrt im Gebirge. Ferner malte er den Badesaal des Königs Max II., das Schönborn-Palais schmückte er mit Rheinsagen, und als Deckenbilder daselbst finden sich von ihm die vier Tageszeiten und allegorische Darstellungen, die Götter Griechenlands, wie sie die Menschen das Schöne, Nützliche, Freude und Genuß lehren. Als kleinere Arbeiten während dieser Zeit entwarf F. die Illustrationen zu Cottas Ausgaben der deutschen Klassiker. Später entstanden die großen Olgemälde für das Maximilianeum: Friedrich I. Barbarossa und Heinrich der Löwe und Perikles' Zeitalter, so- wie die Frau mit dem Kinde, welches letztere der Kunstverein München 1863 als Kunstvereinsgeschenk gab. Hierzu kamen eine Madonna und Frauenlob. Im Dez. 1865 wurde er Centralgaleriedirektor; im Mai 1875 trat er in den Raim e Seine Thätigkeit an der Galerie zog ihm vielfache Anfeindungen zu. Er starb in München 5. Aug. 1877.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 943Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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