Fonseca-Bai, eine der geräumigsten Buchten am Stillen Ocean und die vorzüglichste von Centralamerika, wird von den Staaten Nicaragua, Honduras und San-Salvador begrenzt und liegt zwischen 13 und 14 nördl. Br. und 87 und 887 westl. L. (von Greenwich). Sie ist 30 km lang und 70 km breit, bei 160 km e tteistt und enthält mehrere Inseln, die durch ihre trefflichen Häfen bedeutend zind, wie Sacate und das ihm gegenüberliegende Tigre, welches als 789 m hoher Vulkan aus dem Meere emporsteigt. Der Hafen Amapala an der Tigreinsel ist außer dem 7 mtiefen San-Lorenzo oder La Paz der einzige, welcher Honduras am Stillen Ocean Epbrri er ist seit 1857 Freihafen und durch seine Sicherheit, Tiefe und Geräumigkeit namentlich für die Schiffahrt von und nach Californien wichtig. Mehrere der einmündenden Flüsse sind schifsbar. Die Bai wurde 1522 von Gil Gonzalez de Avila entdeckt; die Bewohner nannten dieselbe Charotega. Im J. 1523 fand sie der Spanier Nino und benannte sie nach seinem Gönner Fonseca, dem Bischof von Burgos, Präsidenten des Indischen Rats von Spanien. Am Eingange zu derselben erhebt sich der 1175 m hohe erloschene Vulkan Conchagua und der 1158 mhohe Coseguina. ontainebleau, Stadt imfranz. Depart. Seine-Marne, 60 km südöstlich von Paris, 5 Km vom linken Ufer der Seine, in 79 m Höhe, Station der Linie Paris-Lyon-Marseille-Nizza der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, mit stillen, breiten Straßen und kleinen Häusern, ist Sitz eines Gerichtshofs und einer Artillerie-und Genieschule und hat eine Porzellanfabrik, Kunsttischlerei, Dien Hospitäler und eine öffentliche Bibliothek. Die (1876) 11 653 E. treiben besonders Wein- und Gartenbau und ziehen unter anderm vortreffliche Tafeltrauben, namentlich den berühmten Gutedel (Chasselas), der jetzt rößtenteils nach dem Auslande abgesetzt wird. . berühmt ist die Stadt durch das große Schloß, ein Aggregat verschiedenartiger, vom 13. bis ins 18. Jahrh. aneinandergefügter Bauwerke, die eine Kapelle, ein Theater, eine Bibliothek, großartige, im ital. Renaissancegeschmack verzierte Karserneich 8 ganz moderne, unter dem ersten Halten aiserreich eingerichtete Zimmerreihen enthalten und fünf geräumige Höfe umschließen, worunter La cour du cheval blanc, an Andent. auch La cour des adieux genannt, zum Andenken an die hier 20. April 1814 von Napoleon I. an seine alte Garde gerichteten Abschiedsworte. Franz I., Heinrich II. und Heinrich IV. erwählten die zur Jagd herrlich gelegene Hofburg zum Lustsitz und erweiterten dieselbe zu einer königl. Residenz, in deren Verherrlichung Architektur, Skulptur, Malerei und Kunsthandwerke wetteiferten, sodaß sich hier eine ganze Kolonie in- und ausländischer Künstler ansammelte. Napoleon I. ließ das während der Revolution ausgeleerte Schloß teilweise neu ausmöblieren, und Ludwig Philipp restaurierte namentlich die ältern Teile, welche Rosso, Fresonaler Niccolo dell' Abbate mit zahlreichen Freskomalereien nebst einer Fülle von Grotesken nach Art der rafaelischen Loggien mit Figuren und andern Ornamenten in Stuck, sowie mit reichen Vergoldungen ausgeschmückt hatten. Hier empfing und bewirtete Franz I. den Kaiser Karl V. auf seiner Reise nach Gent (1539); die Exkönigin Christine von Schweden ließ hier in der an ihre Wohnzimmer stoßenden Hirschgalerie (Galerie des cerfs) ihren Oberstallmeister Monaldeschi hinrichten (1657). Ludwig XIV. unterschrieb hier die Widerrufung des Edikts von Nantes (1685) und Napoleon I. hielt hier den Papst Pius VII. 1812—14 gefangen und verzichtete daselbst für sich und seine Nachkommen auf den franz. Kaiserthron (1814). Die merkwürdigsten Räumlichkeiten im Innern sind: die Galerie Franz' I., mit Fresken und Stuccaturen von Rosso und Domenico Fiorentino; der Ballsaal oder Salle HenriII, mit Wandmalereien von Primaticcio; das Zimmer mit dem kleinen Mahagonitisch und dem Facsimile der Abdankung Napoleons I. Die Ulyssesgalerie mit den von Niccolo dell' Abbate gemalten und durch die Radierungen von Th. von Thulden bekannten Deckenbildern wurde im 18. Jahrh. niedergerissen und die erwähnte Hirschgalerie ist gegenwärtig eingebaut und dient als Gewächshaus für Pomeranzenbäume. Die bis 1870 in Metz befindliche Ecole d'application de Lartillerie ist im Schlosse untergebracht. Das Schloß und die dazugehörigen Gärten liegen am Ende der Stadt und stoßen unmittelbar an den großen Wald von F., der einen Umkreis von mehr als 80 km hat und 17000 ha bedeckt. Die Gegend ist nach allen Seiten ün reizend und geeignet zur Jagd, zu Landschaftstudien und Lustpartien. Vgl. Laube, «Franz. Lustschlössero (Bd. 1, Mannh. 1840); Pfnor, Monographie de F.v (mit Text von Champollion-Figeac, Par. 1866; 2. Aufl. 1875); Denecourt, Indicateur de F.v (1872); Joanne, De Paris à F.y (1877). Mit dem Namen Schule von Fontainebleau bezeichnet man die meist unbekannten Kupferstecher der nach Kompositionen von Rosso, Primaticcio u. a. radierten Blätter, deren Zahl über 600 beträgt.