FeedFontevrault (Orden von)
ReligionBrockhaus 1882

Fontevrault (Orden von), ein besonders in Frankreich verbreiteter geistlicher Orden. Derselbe wurde gestiftet von Robert von Arbrissel (jetzt Arbresac, ein Dorf im Sprengel von Rennes), welcher vom Bischof Sylvester als Erzpriester zur Verwaltung des Bistums berufen worden war. Robert bemühte sich, eine strengere Kirchenzucht herzustellen, Simonie und Konkubinat der Geitlichen zu unterdrücken, zog sich aber nach dem Tode des Bischofs in die Einsamkeit zurück und gründete 1093 eine Gemeinschaft regulierter Chorherren in der spätern Abtei de la Roe. Auf Befehl Urbans II. dur zog er als Bußprediger das Land und gewann besonders unter den Frauen viel Anklang. Er baute darauf mehrere Klöster, von welchen dassenige zu Fontevrault (lat. Fons Ebraldi, d. h. Ebra dsbrunnen) das bedeutendste war und dem Orden den Namen gab. Es hatte vier Abteilungen, eine hür Daeriemen und Witwen, eine für Kranke, eine für Büßerinnen und eine für die Priester, welche den Gottesdienst leiteten. An der Spitze, auch der Mannsklöster, stand die Abtissin als Stellvertreterin der Jungfrau Maria. Strenge Absonderung der Geschlechter, sodaß selbst Kranken das Abendmahl nur in der Kirche Lehend wurde, stetes Schweigen und höchst mäßiges eben bilden den Hauptinhalt der Ordensregel. Papst Paschalis II. bestätigte 1106 den Orden eder Armen Christid (cauperes Christiv), deren Haupt die Abtissin von Fontevrault war. Sie zählten noch zu Anfang des 18.Jahrh. 57 Priorate in Frankreich, außerhalb Frankreichs sehr wenig. Während der Französischen Revolution wurde der Orden vernichtet und das Ordenshaus in ein Zuchthaus verwandelt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 949Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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