Foreieren (frz.), zwingen, erzwingen, erstürmen, mit Gewalt nehmen; etwas aufs Äußerste treiben, es übertreiben; Forciertheit, «gezwungeneso Wesen, Thun. Forckenbeck (Max von), Oberbürgermeister von Berlin, Mitglied des Herrenhauses und mehrjähriger Präsident des preuß. Abgeordnetenhauses, sowie später des Deutschen Reichstags, geb. zu Münster 21. Okt. 1821, besuchte das Gymnasium daselbst, studierte hierauf 1839 — 42 in Gießen, dann in Berlin Rechts- und Staatswissenschaften und ward 1847 als jüngster Richter beim Stadtgericht zu Glogau angestellt. Bereits 1848 beteiligte er sich lebhaft an der polit. Bewegung und wurde Vorsitzender des demokratisch-⸗konstitutionellen Vereins in Breslau. Nach Auflösung der Nationalversammlung 1849 trat er als Vorsitzender an die Spitze der liberalen Wahlkommission für Niederschlesien. Das Ministerium Manteuffel nötigte ihn, als Rechtsanwalt und Notar nach Ostpreußen überzusiedeln, wo er sich in dem Städtchen Mohrungen niederließ. Nachdem F. dort eine Reihe von Jahren als Stadtverordneter und später als Vertreter der Stadt beim Kreistage gewirkt, wurde er Ende 1858 zum Mitgliede des Holland.Rohrunge für den Wahlbezirk Preußisch-Holland-Mohrungen gewählt; vom Aug. 1866 bis Juni 1867 vertrat er die Stadt und den Kreis Königsberg, 1867 — 70 die Stadt Köln und 1870—73 den Wahlkreis Elbing-Marienburg. Vom 10. Aug. 1866 bis Mai 1873 fungierte er als erster Präsident des Abgeordnetenhauses. Seit dem Jahre 1861 gehörte F. der Deutschen Fortschrittspartei an, deren Mitbegründer er war, nahm dann 1866 aaliheralen Anteil an der Gründung der Nationalliberalen Partei, in deren Reihen er blieb, bis er 1881 mit Bamberger, Stauffenberg u. a. sich der Gruppe anschloß, die den Namen «Liberale Vereinigunge führt. Unter seinen Kommissionsberichten sind namentlich diejenigen über Budget⸗ und Militärfragen (1862—66) hervorzuheben. Infolge seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Breslau (1873) wurde er als Vertreter dieser Stadt Mitglied des Herrenhauses und hörte deshalb auf, Mitglied des Abgeordnetenhauses zu sein. Im Norddeutschen Reichstage, dem Zollparlament und dem Deutschen Reichstage, dessen Präsident er 1874 nach Simsons Rücktritt wurde, vertrat F. den Wahlkreis Neuhaldensleben-Wolmirstädt. Im Sept. 1878 wurde er zum Oberbürgermeister von Berlin gewählt und übernahm dieses Amt am 21. Nov., später auch die Vertretung Berlins im Herrenhause. Die Stellung, welche die Majorität des Reichstags zu Gunsten der Bismarckschen Schutzzollpolitik einnahm, veranlaßte F., am 20. Mai 1879 sein Amt als Präsident dieser Körperschaft niederzulegen. Sein Versuch, das gesamte Bürgertum zum Widerstande egen die Zölle auf Lebensmittel zu organisieren, scheiterte: der zu diesem Zwecke im Mai 1879 nach Berlin zusammenberufene Städtetag fand nur eine geringe Beteiligung und die geplante Gründung einer allgemeinen Anti-Kornzoll-Liga kam überhaupt nicht zur Ausführung. Als Oberbürgermeister von Berlin hat sich F. besonders durch seine erfolgreichen Bemühungen für einmütiges Zusammenwirken der städtischen Körperschaften und durch Wahrung der kommunalen Selbstverwaltungsrechte verdient gemacht.