Aggregatsform, k., Aggregatszustand, m. (Phys.). So nennt man die drei Hauptformen oder Zustände der Körper (Stoffe), in denen sie, je nach der Stärke des Zusammenhanges ihrer einzelnen kleinsten Theilchen, auftreten können. Man unterscheidet dreierlei Aggregatformen: I. die feste oder starre A., frz. köorme des COrps solides, engl. rigid form of bodiés. Hierbei hängen die Körpertheilchen so innig zusammen, daß ein gewisser Kraftaufwand erforderlich ist, um sie zu verschieben od. zu trennen; sie behalten für gewöhnlich ihre gegenseitige Lage vollkommen bei und die festen Körper besitzen daher auch eine selbständige Gestalt 2. Die flüssige od. auch tropfbarflüssige A., frz. forme des corps liquides, engl. fluid form. Die Körper dieser Form besitzen eine sehr leichte Beweglichkeit und Verschiebbarkeit der einzelnen Theilchen; in kleinen M assen nehmen sie Kugelgestalt an und bilden Tropfen. Dagegen kann der Raum, den sie erfüllen, durch Druck oder Zug nicht merklich verändert werden. Die selbständige Gestalt geht diesen Körpern ab; sie wird durch das Gefäß bedingt, in welchem sie sich befinden. 3. die luftförmige, gasförmige, dampfförmige oder elastisch-flüssige A., frz. korme des Corps eine sehr leichte Beweglichkeit der Körpertheilchen gegen einander u. durch einen sehr hohen Grad von Zusammendrückbarkeit u. Ausdehnbarkeit derselben. Atmosphärische Luft z. B. oder irgend ein anderer gasförmiger Körper kann eben so wohl durch Vermehrung des Druckes auf kleineren, als durch Verminderung desselben auf größeren Raum gebracht werden. Eine große Anzahl von Körpern kommen in allen drei erwähnten A.en vor oder lassen sich durch Anderung der Temperatur u. des Druckes in diesen drei Zuständen darstellen, daher man die Hypothese aufgestellt hat, daß die Ursache der drei Aggregatzustände in der Entziehung und Verleihung von Wärme zu suchen sei. Z. B. Wasser, bei 0 fest, bei gewöhnlicher Temperatur flüssig, bei 1005 dampfförmig. Quecksilber, bei — 400 fest, bei gewöhnl. Temperatur flüssig, bei 360° dampfförmig u. s.w. Andere Körper kennt man blos in flüssiger Form, wie Glyeerin 265 andere wieder nur als Gase: Sauerstoff, Stickstoff re. In neuerer Zeit hat man durch Versuche gefunden, daß starre Körper, d. h. Metalle, wie Blei, Kupfer und Eisen, unter starkem Druck sich wie tropfbare Flüssigkeiten verhalten, d. h. durch enge Offnungen ausfließen; ferner weiß man, daß tropfbare Flüssigkeiten nach Beseitigung oder Verminderung des Luftdrucks ohne Weiteres in Gasform übergehen, so daß man annehmen muß, die A. sei wesentlich durch den von außen auf die Körper wirkenden Druck bedingt, welcher der Anziehungs- od. Abstoßungskraft der kleinsten Körpertheilchen entgegen zu wirken hat. Da nun tropfbare Flüssigkeiten durch blose Entfernung des Luftdrucks in Gasform übergehen, so muß man annehmen, daß zwischen den Theilchen der flüssigen Massen gar keine Anziehungskraft, sondern nur Abstoßungskraft vorhanden ist.