Gas ist derjenige Aggregatzustand der Materie (Aggregat), in welchem die einzelnen Moleküle keine gegenseitigen Anziehungskräfte auf einander ausüben, keine Kohäsion besizen. Manchen Körern — dieser Aggregatzustand unter gewöhnlichen Verhältnissen, unter gewöhnlicher Temperatur und Druck eigentümlich, weshalb man solche auch als eigentliche Gase bezeichnet, während andere Körper der Zufuhr von Wärme bedürfen, um aus dem festen in den flüssigen und aus dem flüssigen in den gasförmigen Zustand überzugehen. Solche aus Flüssigkeiten durch Zufuhr von Wärme entwickelten Gase unterscheidet man durch die Bezeichnung Dampf. Ebenso aber wie alle Dämpfe durch Wärmeentzug sich wieder in Flüssigkeiten verwandeln lassen, so kann man auch, nach den Entdeckungen von Pictet und von Cailletet, alle Gase durch genügend starke Abkühlung zu Flüssigkeiten verdichten. Ein prinzipieller Unterschied zwischen dem Begriff G. und 90 besteht daher nicht mehr. Der Wasserdampf ist das G. einer bei + 1007 C. siedenden Flüssigkeit, die Luft ist das G. einer bei etwa — 200 C. siedenden Flüssigkeit. Auch die früher gemachten Unterschiede zwischen permanenten und verdichtbaren oder coereiblen Gasen sind hinfällig geworden. Zu erstern rechnet man Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Stickoxyd, zu letztern Kohlensäure, Ammoniak, Cyan, Chlor u. a. Die einzige Verschiedenheit besteht darin, daß die erstern schwieriger, bei niedrigerer Temperatur und stärkerm Druck, die letztern dagegen leichter, schon bei verhältnismäßig geringen Kältegraden sich verflüssigen lassen.