FeedAlcaiseria
GeschichteBau-Lexikon 1881

Alcaiseria, f. die Kaiserei, abzuleiten von caesarea; so hießen die Freihafenmärkte der kaiserlich römischen Kolonien; die Mauren trugen diesen Namen, mitarabischem Artikel (al Caiseria), aufihre Bazars über, und daher heißen so noch jetzt in Mauritanien u. Andalusien die Marktplätze, wenn sie nach arabischer Arteingerichtetsind. Dem Publikum dienen einander durchkreuzende Gänge, ca. 2 un. breit, von Säulenreihen eingeschlossen. Jede Säulenweite bildet die Vorderseite einer Bude, deren Dächer nach hinten in einen Hof abfallen. Dieser dient zugleich zur Beguemlichkeit der Verkäufer, als Packraum etc. Die Gänge selbst sind zierlich gepflastert und mit Segeltuch überhängt, um vor der Sonnenhitze Schutz zu erlangen. Die Säulen sind entweder von Holz und tragen auf einem Rahmen die geschnitzten Sparrenköpfe, oder in wohlhabenden Städten von Stein, durch maurische Bögen in Backstein oder Gips verbunden und oft mit reicher Farbenpracht verziert. Die Verkaufsgegenstände sind in Gruppen auf die durch die Buden gebildeten Quarrés vertheilt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 74Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 10

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6