Christianer. Wie aber Jesus selbst, indem er sich als Messias bezeichnete, leich die Idee des messianischen Königtums und 9 eichs vertieft und vergeistigt und auf ein wesentlich sittlich-religiöses ermißt, sind unter K aufzusuchen. Verhältnis zurückgeführt hatte, so erhielt auch das Wort «Christuso üm Munde der christl. Gemeinden eine weit iche Bedeutung als bei den Juden. Die kirchlichen Vorstellungen von der Person Christi sind schon in den fünf ersten Ubschluß gein der Hauptsache zu einer Art von Abschluß gekommen. Die Geschichte dieser Vorstellungen prägt sich namentlich in den verschiedenen Bedeutungen aus, in welchen der Jesu von Anfang an beigelegte Name «„Sohn Gotteso genommen wurde: Jesus selbst hat das Wort im rein religiösen Sinne gebraucht oder hat Vorselhn diesen rein religiösen Sinn in die jüd. Vorstellung des «Gottessohnso als des messianischen Königs sah in dm Das ursprüngliche Judenchristentum sah in dem Sohne Gotteso zugleich den KSohn Davidso, einen natürlich erzeugten Menschen aus Davids Geschlecht, aber bei der Taufe durch Johannes mit dem Heiligen Geiste erfüllt, in dessen Kraft er als der verheißene, vollkommene Prophet der Wahrheit das neue, vollkommene Gesetz des Messiasreichs verkündigte. Früh gesellte sich hierzu die Vorstellung von seiner übernatürlichen Geburt aus der Jungfrau. Erschien so der Heilige Geist als das ihn beseelende gottli he Lebensprinzip, so blieb doch die mishann de die feststehende Grundanschauung des Judenchristentums. Auch die künstlichern Theorien von einer Präexistenz des wahren Propheten, der 2e in den Patriarchen und Mose Rube fan sei, bis er in Jesu von Nazareth aseine Ruhe fande, oder von einem Engel oder Erzengel, der mit dem Menschen Jesus während seines Erdendaseins sich verbunden habe, beruhen auf derselben Voraussetzung, welche das Judenchristentum nicht aufgeben konnte, ohne seine Grundlehre, die Einheit Gottes, zu verletzen. Dagegen war das Heidenchristentum von Anfang an in der Richtung auf Anerkennung der wesentlichen Gottheit Christi begriffen. Schon Paulus sah in dem Sohne Gotteso vor allem den Auferstandenen und zum Himmel Erhöhten und gelangte von dem Iri auungsbilde des apneumatischen Herrn der Herrlichkeito zu der Annahme seiner Präexistenz. Dieser präexistente Sohn Gottes sei im Fleische erschienen, um als der zweite Adam der Anfänger der neuen geistigen Schöpfung V werden, durch seinen Kreuzestod den Gesetzesfluch zu vernichten und in dem neuen geistigen Israel die Scheidewand zwischen Heiden und Buose niederzureißen. Die — Paulinischen riefe legten ihm Prädikate bei, welche weit uber die wesentliche Menschheit hinauswiesen. Indem sie das Erlösungswerk auf Erden als universelle Versöhnung, als Unterwerfung aller Geistesmächte unter die Herrschaft Christi fußten, stellten sie ihn an die Spitze der gesamten Schöpfung und ließen diese selbst erst durch seine Vermittelung hervorgehen. In der Folgezeit sind in der Heidenkirche zwei Hauptrichtungen zu unterscheiden. Während die einen in C. ohne weiteres den im Fleische erschienenen, dem Leiden und Sterben unterworfenen Gott, oder dieselbe Person wie den Vater im Himmel verehrten, versuchten andere einen schon durch die alexandrinisch-jüd. Religionsphilosophie angebahnten Mittelweg, um die wesentliche Gottheit Christi mit seinem persönlichen Unterschiede vom Vater zu vereinigen. Dies geschah durch die Vorstellung, daß das Wort. Offenbarungsprinzip oder das göttliche Worto (der göttliche cLogoso), das von Anfang an bei Gott war, um Zwecke der! Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. Weltschöpfung als besondere göttliche Persönlichkeit ervorgegangen und in dem Menschen Jesus von azareth Fleisch geworden sei. Diese ich von hellenisierenden Kirchenlehrern des 2. Jahrh. entwickelte und besonders durch das Johannes-Evan7½ empfohlene Lehre wurde von den röm. ischöfen noch im 3. Jahrh. als 3Zweigöttereiverdammt, gewann aber immer allgemeiner in der Kirche die Oberhand. Die alexandrinischen Lehrer bildeten sie weiter aus zur Annahme eines ewigen Hervorgehens des Wortes aus Gott oder einer ewigen Zeugung des Sohnes durch den Vater. Die Konsequenz davon war die von Athanasius (.d.) behauptete volle Wesensgleichheit des amtung mit dem Vater, die von der Kirchenversammlung I0 Nicäa (325) beschlossen und auf der Kirchenverammlung zu Konstantinopel (381) bestätigt wurde. Die Gegenlehre des Arius, daß der Sohn nur das ersterschaffene Geschöpf und als solches der nicht Gott, aber der vorweltliche Vermittler der Schöpfung und der Erlösung sei, unterlag nach arten Kämpfen in der Reichskirche, um noch eine suc lang bei den neubekehrten Germanen eine 900 uchtsstätte zu finden. Die weitern kirchlichen Streitigkeiten bezogen sich nur auf das Verhältnis dieser zweiten göttlichen Persönlichkeit zu der Menschheit in C. Während die Alexandrinische Schule nur von einer Erscheinung der ewigen Logospersönlichkeit in menschlicher Daseinsform oder von einer Hinzunahme menschlicher latur sprach, zu der Einheit einer gottmensch ohne Natur sprach, lehrten die Antiochener ein Einwohnen des göttlichen Logos in dem Menschen Jesus. Letztere Lehre, welche die Einheit der Person Christi zu zerreißen drohte, ward zu Ephesos (431), die entgegengesetzte uher von einer Vermischung göttlicher und menschlicher Natur zu Chalcedon (451) verdammt. Die seitdem kirchlich feststehende Lehre war die, daß in der einen Person Jesu Christi seit der Menschwerdung zwei vollständige, ungetrennte und unvermischte Naturen, die göttliche des ewigen Sohnes und eine menschliche, miteinander verbunden seien. Die spätern Streitigkeiten über Christi Person vom 5. bis 8. Jahrh. gingen nur aus dem Streben hervor, das Verhältnis seiner Gottheit, die das eigentliche Subjekt blieb, und der angenommenen Menschheit näher zu mpenlich u wobei freilich die Unvereinbarkeit der äußerlich aneinandergereihten Bestimmungen nur immer von neuen Seiten her u Tage trat. Noch in der Reformationszeit wiederholte sich in dem Lehrstreite zwischen Lutheranern und Reformierten über Christi Person der alte Gegensatz zwischen Alexandrinern und Antiochenern in subtilerer Weise. Die luth. Dogmatik bildete, obwohl uneins in sich selbst, die Lehre von der Mitteilung göttlicher Eigenschaften an die menschliche Natur in C., vor allem der Allgegenwart und der „Majestäto, in der feinsten und künstlichsten Weise aus, und die neueste Orthodoxie ist nur darüber noch im Ungewiffen, ob man auch von einer Mitteilung menschlicher Eigenschaften an die göttliche Natur reden dürfe oder nicht. Dagegen haben schon in der Reformationszeit die Socinianer, danach die Deisten und Rationalisten die Gottheit Christi bestritten, und letztere fanden das Göttliche in ihm nur in seiner Weisheit und Tugendv. Der Versuch der Hegelschen Schule, die Menschwerdung Gottes als tiefe spekulative Wahrheit zu begründen, schien nur zu einer Menschwerdung Gottes in der Gattung zu führen, und endete in Strauß mit dem Eingeständnisse, daß die göttliche «Ideer niemals ihre Fülle über ein einziges Individuum ausschütte, um gegen die andern zu geizen. Schleiermacher setzte das Sein Gottes in C. y in die schlechthinnige Kräftigkeit seines Gottesbewußtseins oder in seine religiös-sittliche Urbildlichkeit, wurde aber ebenfalls von Strauß bekämpft, und in der spekulativen, von Hegel und Schleiermacher ausgegangenen Theologie wurde über die Möglichkeit der Annahme eines schlechthin unsündlichen Menschen gestritten. Die freiere Theologie der Gegenwart hat mit völliger Zurückstellung der alten Schulmetaphysik das Göttliche, dessen Offenbarung in C. der Gristl Glaube festhalten muß, nur als den höchsten Ausdruck des in der Menschheit überhaupt sich entwickelnden göttlichen Lebens, oder der vollkommenen Gottesgemeinschaft, also als die religiöse Vollendung des menschlichen Bewußtseins und Lebens überhaupt efaßt. Unter Festhaltung der wesentlich menschichen Persönlichkeit Christi pflegt neuerdings die Ritschlsche Schule seine „Gottheits von neuem zu betonen, versteht aber darunter nur die Offenbarung des auf die Gründung des Gottesreichs hin gerichteten Willens Gottes in Christi Person und Werk. (S. Christentum und Jesus.) Vgl. Baur, „Die christl. Lehre von der Dreieinigkeit und der Menschwerdung Gotteso (3 Bde., Tüb. 1841—43); Dorner, «Entwickelungsgeschichte der Lehre von der Person Christis (2. Aufl., 2 Bde., Berl. 1851—53); H. Schultz, Die Lehre von der Gottheit Christib (Gotha 1881).