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Bildende KunstBau-Lexikon 1881

Aquarell, n., frz. aquarelle, f., engl. water-Colourpainting, altengl. limning. Malerei mit Wasserfarben. Im engern Sinn versteht man unter Aquarell bes. ein ganz od. doch größtentheils mit durchsichtigen Farben, also Saftfarben, ausgeführtes Gemälde. Ist es nicht ganz in Farben ausgeführt, sondern mit Tusche, Indigo, Sepia, Neutraltinte od. dergl. untermalt od. mit Bleistift unterschraffirt und blos mit Lasurfarben überzogen, so verdient es eigentlich nicht den Namen eines A.s, sondern ist blos eine kolorirte Zeichnung. Näheres über Technik des A. s. im Art. Wasserfarben. ELBERG O Universitatsbibliot Aguarium, n., frz. aiguière, f., 1. ein auf Felder oder serbehälter überhaupt, bes. Viehtränke, Wassertrog, auch Gießgefäß. — 3. Behälter zu Aufnahme lebender Wasserthiere. Im großen angelegt, besteht ein A. zunächst in einer Reihe verschieden großer Bassins, die mit Süßwasser od. Seewasser so gespeist werden, daß das Wasser immer in Bewegung bleibt. Da mit der sonstigen Größe auch dieTiefe eine verschiedene sein muß, so müssen auch die Wände und die behufs Beobachtung u. Besichtigung von der Seite, in den Wänden angebrachten Glastafeln je nach dem Wasserdruck in ihrer Stärke abewogen und alle Fügungen etc. wasserdicht hergestellt sein. Um nicht blos den Thieren die gewohnte Umgebung, die nöthigen Unterschlüpfe etc. zu gewähren, sondern auch den Eindruck einheitlich zu gestalten, werden in der Regel nicht nur die Innenseiten der Bassins, sondern auch die an den Glasscheiben entlang laufenden Gänge für das Publikum mit künstlichen Felsen in Form von Grotten etc. ausgestattet; bei beschränktem Raum, wo also die Bassins u. Gänge in Geschosse über einander geordnet werden müssen, ist der Entwurf eines A. zwar eine der schwersten, aber auch der dankbarsten Aufgaben. Man facher Gestaltung fähig und eines der schönsten Motive zur innern Dekoration von Räumen, die zu Benutzung für Damen oder zu Badezimmern etc. bestimmt sind.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 140Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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