FeedAsphaltkitt
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Asphaltkitt, m. Zum Verkitten von Fugen und Rissen in Holz: 3 Theile Asphalt und 1 Theil Mineraltheerkali verwendet; auch kann dieselbe Mischung als Anstrich dienen. — Statt des natürlichen Asphalts wird vielfach auch das bei der Destillation des Gastheers zurückbleibende Pech angewandt. Man schmilzt dasselbe und mischt es im Verhältnis von 3: 1 mitzuvor starkerhitzter Kreide oder grobem Kalksteinpulver. Letzteres wird warm eingetragen, weil sich alsdann die in den Poren dieses Zuschlags eingeschlossene Luft in ausgedehntem Zustand befindet und bei der während der Abkühlung der Mischung stattfindenden Zusammenziehung derselben das Pech in die Poren nachfolgt, was für die Festigkeit des Materials von großem Belang ist. Es ist für gehörige Durcheinanderarbeitung während der Verwendung Sorge zu tragen, da sich sonst der Zuschlag leicht am Boden ausscheidet. Im ganzen erfordern die Arbeiten in Asphaltkitt gewisse Uebung und genaueste Kenntnis des Materials, weshalb man gut thun wird, sich zur Ausführung an einen im Fach routinirten Industriellen zu wenden, wenn man nicht Gefahr laufen will, derartige Erfahrungen auf seine eigenen Kosten selbst zu machen. japan. Auf 1 kg. Asphalt nimmt man ¼ kg. Terpentin u. /½ kg. Leinölfirniß. Der Asphalt wird geschmolzen, das heiße Leinöl und nach halber Abkühlung das mäßig erwärmte Terpentin zugesetzt. Das damit behandelte Holzwerk widersteht schon nacheinmaligem Anstrich jeder Witterung. Da der A. durch Erwärmung sehr dünnflüssig wird, so kann man mit wenig Kosten große Flächen überziehen, z. B. dem Schlagregen ausgesetzte Giebel, feuchte an Hohl⸗ und Firstziegeln, nachdem derselbe getrocknet ist, zum Anstreichen der Essen, der eisernen Röhren, die über das Dach hinausragen, zum Dichten der inneren Flächen pvon Cisternen etc. ist er brauchbar. thek Heidelberg DFC

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 168Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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